Spezielles des Sportjahres 2019

Das Jahr 2019 hat überall Spektakuläres und weniger Erbauliches mit sich gebracht. Da machen die Athleten des Erzgebirges keine Ausnahme. Einige Besonderheiten aus den hiesigen Breiten möchte die "Freie Presse" noch einmal in Erinnerung rufen - und zugleich vorausblicken.

Aue.

Der Kapitän ist würdig von Bord gegangen: Eric Meinhardt beendet am 8. Juni mit dem Zweitliga-Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke seine beispiellose Karriere in den Reihen des EHV Aue. Mit dem letzten Siebenmeter - seine Paradedisziplin - erzielt der 33-Jährige kurz vor Schluss den umjubelten Treffer zum 28:27-Sieg. Die Halle tobt.

Was folgt, sind Tränen. Tränen der Freude. Aber auch Tränen des Abschieds. 1720 Fans, Mannschaftskollegen, Trainer und viele Wegbegleiter sagen dem Idol adé. Eric Meinhardt macht es auf seine ganz besondere und bescheidene Weise. "Glück auf", ruft er allen zu und legt das Mikrofon aus der Hand. Er wirkt gefasst, denn diesen Schritt hat er sich gut überlegt. Ein Zurück, so beteuert er glaubhaft, ist ausgeschlossen. Inzwischen hat er seinen Lebensmittelpunkt wie geplant in die Landeshauptstadt verlegt und unterrichtet als Referendar in Dresdens 32. Oberschule. Bei der Reserve des HC Elbflorenz trainiert er ab. Denn fast 20 Jahre Profi-Handball hinterlassen Spuren. 550 Spiele absolvierte Eric Meinhardt für den EHV, avancierte vom schmalen Bübchen zum selbstbewussten Mannschaftskapitän und führte das Team über viele Jahre hinweg souverän an. Vom Siebenmeterpunkt machte ihm keiner so schnell etwas vor. Die Liga liebte ihn als sympathischen und vorbildlichen Sportler, der zum Abschied als "Spieler des Jahres" geehrt wurde. Knapp 2100 Tore gingen auf sein Konto. Ein Wechsel kam für ihn nie in Frage. Wie kaum ein anderer trug Eric Meinhardt das Erzgebirge und seinen EHV im Herzen. Und tut es sicher noch. Als besten aller Kapitäne in der langen Bundesliga-Ära des Vereins bezeichnete Manager Rüdiger Jurke den Führungsspieler, der vor 17 Jahren seinen Tor-Einstand in der 2. Bundesliga mit einem Kempa-Trick gab.

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