Spieler sollen sich selbst Ziele setzen

Eine konkrete Platzierung anzuvisieren, kommt für Ronny Rother nicht infrage. Fest steht jedoch, dass der neue Marienberger Trainer seinen Fußballern in der Landesklasse West viel zutraut.

Marienberg.

Nach drei Jahren als Co-Trainer von Patrick Schmidt gibt Ronny Rother am Sonntag seinen Einstand als Chefcoach des FSV Motor Marienberg. Dass es sich bei der 15 Uhr beginnenden Partie beim TSV Ifa Chemnitz um ein Duell der ersten Sachsenpokal-Runde handelt, spielt für den 29-Jährigen kaum eine Rolle. "Egal, ob Testspiel, Pokal oder Liga: Ich will jedes Spiel gewinnen", betont er - und lebt seinen Schützlingen damit genau den Ehrgeiz vor, den er auch von ihnen erwartet. Wohin dieser führen soll, darauf will sich Rother noch nicht festlegen. Das Definieren von Zielen überlässt er lieber den Spielern.

"Wir werden uns aller drei, vier Wochen zusammensetzen. In diesen Sitzungen wird dann kommuniziert, was sich die Mannschaft vornimmt", erklärt der Trainer. Eine Punktzahl können die Kicker dabei ebenso angeben wie die Summe der Tore, die sie in diesem Zeitraum schießen wollen. "Oder sie sagen zum Beispiel, wie oft sie zu Null spielen wollen", sagt Rother, der sich auch taktische Variationen in solch einem Plan vorstellen kann. Auf jeden Fall überträgt der Coach seinen Schützlingen mehr Verantwortung. Ein Schachzug, der wahrscheinlich auch die Motivation der Mannschaft nach oben treiben dürfte.

Bislang ging das Konzept von Rother auf, denn die Motor-Kicker haben eine beeindruckende Saisonvorbereitung hingelegt. Davon zeugen nicht nur 34 Tore in sechs Testspielen. Angetan war der Coach vor allem von der hohen Trainingsbeteiligung und der dabei gezeigten Einstellung. "Schon in den Übungseinheiten haben alle versucht, die taktischen Vorgaben umzusetzen. Dabei waren die Jungs wissbegierig und haben viele Fragen gestellt", berichtet Rother. Seine Devise, immer das Spiel gestalten und das Zepter selbst in der Hand halten zu wollen, war in den bisherigen Spielen des Sommers durchaus erkennbar.

Lediglich im letzten Test beim BSC Freiberg setzte es mit 1:5 eine deutliche Niederlage. In erster Linie führt Rother diese auf den Kräfteverschleiß zurück, befand sich doch seine Mannschaft gerade im Trainingslager und brach erst in der zweiten Halbzeit nach dem 1:1-Ausgleich ein. Dennoch half auch dieses Spiel, Schwächen zu erkennen: "Mir müssen noch effektiver werden, wenn wir Druck auf den Ball ausüben." Für Rothers Spielidee ist das ein entscheidender Faktor, denn er setzt auf Pressing und Gegenpressing. Soll heißen: Nach einem Ballverlust wollen die Motor-Kicker das runde Leder sofort wieder zurück. Ball- und raumorientiert müssen sie dabei zu Werke gehen, ohne die Gegenspieler aus den Augen zu verlieren. Doch genau das war zuletzt noch der Fall, sodass der Gegner doch noch eine Anspielstation fand.

Aufgrund der akribischen Trainingsarbeit erwartet Rother schon am Sonntag weitere Fortschritte. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass mit Toni Grabowski, Norman Fischer, Pierre Bauer und Clemens Otto vier Stammkräfte fehlen. "Dafür rutschen andere ins Team, die ihre Aufgaben auch erfüllen werden", ist Rother überzeugt. Speziell den jungen Spielern traut er viel zu. Sie zu integrieren, fällt auch deshalb leicht, weil der FSV Motor bis auf Danny Gottschalk (SV Olbernhau) keine Abgänge zu verzeichnen hat. Zugänge gibt es offiziell zwar auch keine, doch die schon im Vorjahr nachgerückten Talente aus der eigenen Jugend könnten sich durchaus noch als Verstärkung erweisen.

"Die Stimmung in der Mannschaft ist super, weil alle offen miteinander umgehen", beschreibt Rother eine große Stärke seiner Mannschaft. Sie lässt ihn ebenso wie das spielerische Potenzial fest daran glauben, dass Marienberg in der Landesklasse West "unter den Top Fünf" landet. Und so lässt er sich letztlich doch noch ein Ziel entlocken.


FSV Motor Marienberg

Tor: Toni Grabowski (30), Justin Günther (20), Chris Dieter Baldauf (18)

Abwehr: Kevin Jerome Reichel (19), Kevin Wächtler (20), Pierre Bauer (28), Christopher Lehmberg (20), Julian Schröter (28), Eric Richter (27), Kevin Werner (21)

Mittelfeld: Florian Günther (31), Pascal Hofmann (19), Tommy Meyer (19), Ronny Höfer (35), Clemens Otto (24), Hendrik Neubert (24), Kenny Schmidt (31), Marcus Neubauer (23), Norman Fischer (29)

Angriff: Paul Simon (23), Julius Wagner (23), Kai Hamann (31)

Zugänge: keine

Abgang: Danny Gottschalk (SV Olbernhau)

Trainer: Ronny Rother

Mannschaftsleiterin: Julia Hamann-Stromeier

Abteilungsleiter: André Schroll

Vorsitzende: Holger Tottewitz und Ronny Höfer

Stadion: Lautengrundstadion

Spielkleidung: Weiß-schwarz

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