Starker Schlussspurt sichert Sieg

Handball: Aue schlägt Krefeld mit 31:26

Lößnitz.

Schier außer sich vor Wut ist Stephan Swat am Spielfeldrand auf und ab getigert. Er brüllte, gestikulierte wild mit den Armen und verschränkte sie dann mit verbissener Miene vor der Brust. Zu diesem Zeitpunkt waren knapp zehn Minuten gespielt - und der EHV Aue lag gegen Krefeld, das abgeschlagene Schlusslicht der 2. Handball-Bundesliga, 1:4 zurück. Verkehrte Welt könnte man meinen. Doch Swat hatte im Vorfeld gewarnt. Und die Krefelder traten in der Lößnitzer Erzgebirgshalle tatsächlich ganz und gar nicht wie ein Absteiger auf. Dass es für die Auer vor 1437 Zuschauern am Ende doch noch zum 31:26-Sieg (12:12) reichte, lag an der furiosen Schlussphase ab der 45. Minute.

In dieser erhielt einmal mehr Jungspund Pascal Bochmann das Vertrauen von Chefcoach Swat. Zuvor standen Vilius Rasimas und ab der 15. Minute der ganz frische Neuzugang Anadin Suljakovic im Kasten. Beide konnten gegen die agilen Krefelder nicht wirklich etwas ausrichten. Deshalb war es für die Hausherren ein hartes Stück Arbeit, die zwischenzeitlichen Rückstände von 3:7 (14.), 5:9 (18.) und 6:10 (20.) wettzumachen. "Wir haben in der Abwehr in Hälfte eins komplett versagt", befand Linksaußen Kevin Roch nach Abpfiff. "Wieder mal ließen wir unsere Torhüter im Stich. Unerklärlich ist das", so der 30-Jährige, der fünf Tore erzielte. Es habe jedoch nicht an der Einstellung gelegen. "Wir waren heiß, das Spiel zu gewinnen." Aber wenn die Defensive in den ersten 30 Minuten nicht stattfindet, werde es schwer. Beim Stand von 12:12 ging es in die Kabinen. Nach Wiederbeginn verlief die Partie ausgeglichen. So setzte sich kein Team wirklich ab. Die Körpersprache der Auer änderte sich erst ab der 46. Minute merklich, als Bochmann einen wichtigen Angriff vereitelte, der für Krefeld das 21:21 bedeutet hätte. Der 17-Jährige wehrte den Ball mit einem Reflex ab. So bejubelten die Auer dank des anschließenden Treffers von Benas Petreikis das 22:20 (47.) und ließen dann nicht mehr locker. Übers 25:21 (51.) und 27:23 (54.) zog der EHV mehrfach bis auf vier Tore davon. Zwar verkürzte Krefeld noch einmal auf 26:28 (56.), doch Aues Felix Roth nutzte einen schnellen Konter zum 29:26 (57.), wobei er den starken Gäste-Keeper das dritte Mal in dieser furiosen Schlussphase überwand. Warum die Mannschaft zwei Gesichter hat, konnte allerdings auch er hinterher nicht erklären. (ane)


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