"Steil bergauf und steiler bergab"

Schon gehört?
Sie können sich Ihre Nachrichten jetzt auch vorlesen lassen. Klicken Sie dazu einfach auf das Play-Symbol in einem beliebigen Artikel oder fügen Sie den Beitrag über das Plus-Symbol Ihrer persönlichen Wiedergabeliste hinzu und hören Sie ihn später an.
Artikel anhören:

Um echten Nervenkitzel zu erleben, müssen die Enduro-Piloten aktuell ins Ausland ausweichen. Marcel Teucher ist einer derjenigen, die nach besonderen Herausforderungen suchen. Derzeit spürt er in Rumänien die besten Fahrrinnen auf, hofft aber auf Starts in der Heimat.

Wiesa.

Schon die Anreise könnte in jetzigen Zeiten zu einem Abenteuer werden. Eine Strecke quer durch Tschechien, ein Stück in der Slowakei und dann ganz Ungarn liegen vor Marcel Teucher und Begleiter Denis Günther, um ins rumänische Ghelari zu gelangen. Laut Routenplaner sind es rund 1140 Kilometer, bis auf dem schnellsten Weg die 2000-Seelen-Gemeinde im Südwesten Siebenbürgens erreicht ist. Dorthin wollen Teucher, Günther und auch der aus Cunersdorf stammende Felix Bräuer, um Sport zu treiben. Extremsport, um genau zu sein. Denn dort wird das Rennen namens Enduro-Panorama ausgetragen. Der Wiesaer Teucher ist für das Team Grenzgänger/X-Grip in die Klasse der Profis eingetragen, Bräuer fährt eine Etage tiefer.

Das Panorama ist für den Wiesaer kein Neuland, zweimal hat er die Strapazen im Poiana-Ruscá-Gebirge bereits über sich ergehen lassen. Nun tritt er zum dritten Mal an. "Dies wird mein erstes Rennen überhaupt in dieser Saison. Bisher wurde alles, was ich fest geplant hatte, abgesagt. Beispielsweise kam für das legendäre Erzbergrodeo in Österreich kurz vor der Veranstaltung das Aus", so Teucher. Der 33-Jährige will sich nun überraschen lassen, wie es in Osteuropa aussieht. "Da uns die Rumänen als sicheres Land einstufen, besteht zumindest reisetechnisch keine Einschränkung", sagte der Bürokaufmann am Montag vor der Abfahrt. Anders sieht es für seinen Kumpel Blake Gutzeit aus, der hierzulande viele Fans hat und vor Corona oft längere Zeit im Erzgebirge verbrachte. "Dies war auch für die Jahre 2020 und 2021 so geplant. Allerdings erlaubten es die Einreisebestimmungen nicht, somit muss Blake in Südafrika bleiben, darf keine Rennen bestreiten." Für Teucher indes stehen vier extrem harte Tage mit 290 Geländekilometern und unzähligen Höhenmetern bevor. "Immer steil bergauf und noch steiler bergab", so der Wiesaer, der 2018 als 20. aus Rumänien heimgekehrt war.

Während es im Poiana-Ruscá-Gebirge zur Sache geht, kämpft die Maxxis-Hard-Enduro-Series Germany noch um den Saisonstart. Organisator Denis Günther sondiert mittlerweile seit über einem Jahr die Lage, um Rennen zu ermöglichen. "Wir sind mit den Veranstaltern in ständigem Austausch, da wir in vielen Bundesländern zu Gast sind. Für jedes müssen wir die Coronaverordnungen genau prüfen", erklärt der 40-Jährige aus Börnichen. 2020 konnte ein Rennen in Reetz stattfinden, das Verlängern der Saison bis ins Frühjahr war wegen der Pandemie aber nicht möglich. Nun sehnen sich die Fahrer aus ganz Deutschland danach, hier ihren Maschinen an den Start rollen zu können.

"Für das letzte Juniwochenende ist der Auftakt in Crimmitschau geplant. "Die Veranstalter vor Ort sind dabei, ihr Hygienekonzept genehmigt zu bekommen", so Günther, der nach seiner Rückkehr aus Rumänien auf eine grüne Ampel hofft. "Vielleicht wäre das ja der Beginn einer Saison, die wir mit 6 Läufen und rund 200 Fahrern pro Veranstaltung geplant haben", wünscht sich der Organisationschef. Dabei planen neben dem Wiesaer Teucher weitere Spitzenfahrer wie Kenny Lötzsch aus Drebach und Louis Richter aus Pockau mit einem Start in der Hard-Enduro-Serie. "Sollte die Einreise nach Deutschland erlaubt werden, sind auch internationale Spitzenpiloten zu erwarten", so Günther.

Einer der ersten würde sicher der Südafrikaner Gutzeit sein. Erstmals veranstaltet wurde die Serie 2018. "Seither haben sich Jahr für Jahr rund 200 Bewerber eingeschrieben, die aus fast allen europäischen Staaten kamen", erzählt Günther. Für Unwägbarkeiten wegen der Corona-Pandemie und damit verbundene Einschränkungen sieht sich der Erzgebirger gewappnet: "Wir haben Konzepte. Ganz wichtig aber ist, dass wir 2021 flexibel bleiben und optimistisch denken." (mit enis)

Geplante Termine in der Saison 2021: 27.06. Crimmitschau/Sachsen; 17.07. Reisersberg/Bayern; 4.09. Neuhaus-Schierschnitz/ Thüringen; 12.09. Meltewitz/Sachsen; 02.10. Reetz/Brandenburg; 20.11. Hamma/Thüringen www.hardenduro-germany.de

30 Tage für 22,49€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 22,49€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 22,49 €
Neu auf freiepresse.de