Stollberg kassiert erste Saisonniederlage

Die Landesklasse-Kicker des FCS haben am Sonntag bei Rapid Chemnitz mit 1:3 verloren. Die Niederlage war verdient, kam aber trotzdem unglücklich zustande.

Stollberg.

Es gibt Treffer, die sind selbst in der Landesklasse in Fall fürs Kuriositätenkabinett. Augenzeugen eines solchen waren am Sonntag 125 Zuschauer, die die Partie des FC Stollberg beim BSC Rapid Chemnitz verfolgt haben.

Es läuft die 67. Spielminute. Die Gastgeber, in der vergangenen Saison aus der Landesliga abgestiegen, führen gegen den Aufsteiger mit 2:1. Fabian Müller, der Stollberger Torhüter, fängt einen Diagonalball ab. Im Glauben, der Linienrichter habe auf Abseits entschieden, wirft er den Ball aus seiner Hand ein Stück nach vorn, um ihn dann übers Spielfeld zu schlagen. Ein indirekter Freistoß wäre das, den Regeln nach. Doch er täuscht sich. Kein Abseitspfiff erfolgt. Der nach vorn geworfene Ball ist noch immer im Spiel. Rapid-Angreifer Erik Schwinge spritzt dazwischen und schießt den Ball ins verwaiste Tor. Als Müller seinen Patzer bemerkt, schlägt er die Hände vors Gesicht und sinkt zu Boden. "Ich habe noch einen Mitspieler gehört. Kein Abseits. Schieß ihn rein. Das habe ich dann gemacht, ohne lange nachzudenken", sagte der Torschütze, der bereits den ersten Rapid-Treffer erzielt hatte und so zum Matchwinner wurde.

Und der Pechvogel? "Das wird ihn nicht umwerfen. Er ist noch jung, erst 18, und durch so eine Situation muss jeder Mal", sagte Kapitän Rico Knopf. Trainer Bernd Eichenmüller reagierte unterdessen lakonisch auf den Patzer. "Passt zum Spiel", so der Kommentar des 63-Jährigen, der nach dem Abpfiff auf 180 war und kurz zuvor noch eine Verwarnung kassiert hatte. "Ich habe zum Schiri gerufen: Pfeif ab. Hat eh keinen Sinn mehr. Ist das vielleicht eine Beleidigung?" Der Referee, von dem sich der Stollberger Coach klar benachteiligt fühlte, sah es so, und hielt Eichenmüller den gelben Karton unter die Nase.

In einer Partie, in der beide Mannschaften keine Kinder von Traurigkeit waren und beherzt zur Sache gingen, haderte der Stollberger Coach nach rund zehn Minuten allerdings zurecht mit dem Unparteiischen. Einen wohltemperierten langen Ball von Knopf nahm Flügelflitzer Nick Meyer an und drang in den Strafraum ein. Dort wurde er von einem Chemnitzer Abwehrspieler unsanft in die Horizontale befördert - doch der Pfiff blieb aus. Kurz darauf war es erneut Meyer, der den Gegner zunächst ins Leere laufen ließ und anschließend Felix Wolfermann bediente. Dessen zu zentral abgefeuerten Schuss konnte Rapid-Keeper Toni Wolf aber parieren. Die Chemnitzer hatten insgesamt einen Tick mehr vom Spiel und ebenfalls gute Chancen. Daniel Seifert zirkelte einen Freistoß aus dem Halbfeld direkt aufs Tor -- Fabian Müller parierte großartig. Ein weiterer Freistoß des Ex-CFC-Kickers Steve Grube klatschte nur kurze Zeit später gegen die Querlatte. Erik Schwinge machte es nach einer guten halben Stunde dann besser. Einen Diagonalball, dem die Gäste-Abwehr nur staunend hinterher sah, verwandelte er volley ins lange Eck.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs traten die Stollberger dann aufs Gaspedal, was schnell belohnt wurde. Grube spielte einen Katastrophen-Querpass in der eigenen Abwehr, der für den rotgefährdeten Chris Beck eingewechselte Steven Tonne spritzte dazwischen, marschierte alleine aufs Tor zu und schloss überlegt ab. Danach plätscherte die Partie etwas dahin - bis sich eine halbe Stunde vor Schluss Rico Knopf verletzte und kurzzeitig zur Behandlung das Spielfeld verlassen musste. Von draußen sah der Kapitän zu, wie ohne ihm bei einem Eckball plötzlich die Zuordnung fehlte. An Freund und Feind vorbei flog der Ball bis zum langen Pfosten, an dem Jonas Hartwig seelenruhig einnicken konnte. Nach dem 3:1 kurz darauf war die Messe gelesen, auch wenn sich die Stollberger danach weiter redlich mühten. Große Chancen sprangen aber nicht weiter heraus. "Unser Sieg war verdient, wir haben sehr geduldig gespielt. Stollberg ist kein einfacher Gegner, die sind auch sehr gut in die Saison gestartet", so Rapid-Coach Florian Butter.

Statistik Stollberg: Müller, Wolfermann (46. Grießbach), John, Günther, Schreiter, Meyer, Iser, Kreißel, Knopf, Beck (46. Tonne), Schönichen; Tore: 1:0/3:1 Schwinge (32./67.), 1:1 Tonne (47.), 2:1 Hartwig (60.); SR: Weise (Flöha); Z: 125

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