Strahlende Spezialisten trotzen schweißtreibenden Skirennen

Skifahren bei Gluthitze. Das gibt es hierzulande nur an der Hühnerfarm. Warum dort trotzdem selten jemand gackert, liegt an der Spezies.

Ehrenfriedersdorf.

Das Häuflein, das bei gleißendem Sonnenschein den Hang hinabzischt, ist übersichtlich. Gestern, zum Slalom des Fis-Schülerrennens, waren es 34 Teilnehmer, die auf ihren surrenden Rollen durch die 21 Tore preschten. Und dennoch war da so eine Art spezielle Atmosphäre zu spüren, die die Grasskisportler verbindet. Und diese kamen immerhin aus sechs Nationen, darunter die Weltmeister Fausto Cerentin und Jan Nemec.

Alles läuft dennoch ziemlich familiär ab. So viele betreiben diesen Sport nicht, deshalb hält sich auch die Zuschauerresonanz in Grenzen. "Ein paar mehr hätten es allerdings sein dürfen. Dafür ist das Wetter aber wohl zu schön", sagte Rennleiter Lothar Wagler. Mit all den Helfern, von Sprecher Guntram Schaarschmidt über die Torrichter und Zeitnehmer bis zu den Imbissverantwortlichen, flutscht es. Mittendrin Aktive unter schützenden Zelten, vor geöffneten Transportern oder am Waschtrog für die Rollski. Einige packen nach ihren Läufen zum Teil mit an. Torsten Richter in jedem Fall, denn er ist Trainer, Manager und Fahrer im Grasskiteam Erzgebirge. "Ich wollte gewinnen. Aber Oscar hat mich verbrannt", sagte er in seiner lockeren Art. Oscar, das ist ein Italiener mit Nachnamen Bazzi, der keine Zweifel an seinen Siegen ließ. Er gewann den Erzgebirgspokal in Riesenslalom und Slalom jeweils vor Richter, der nicht nur sich selbst, sondern auch Schützlinge trösten musste. Etwa Elias Herrmann, der sich auf den Bauch gepackt hatte. "Das Anschieben war zuviel, ich bin verdreht, weil so ein Ungleichgewicht zustande kam", hieß die Begründung im Spezialistendeutsch. Dafür nahm Michael Dietz seinen Torfehler locker. "Fotografiert mal fix die Anzeige", rief er, als dort trotz der Disqualifikation kurzzeitig sein Name und "Rang 1" leuchteten.

Mit den Jüngeren, die um Punkte des Skiverbandes Fis wetteiferten, waren die Erzgebirger zufrieden. Neben Anni Dietz, die in der U 14 als Zweite und Dritte ins Ziel kam, gab es für die Lu(c/k)asse gute Kritiken. "In recht starken Feldern sind sie im Riesenslalom und Slalom aufs Podest gerast. Technisch stark verbessert, alle haben gestaunt. Ich bin total happy", lobte Trainer Richter. Lukas Richter, am Samstag Dritter im Riesenslalom, kam gestern im Slalom sogar als Zweiter durchs Ziel. Nur Doppelsieger Ralph Zuberbühler aus der Schweiz war in der U 16 jeweils etwas schneller. "Dritter, aber egal", lautete der kurze Kommentar des Ehrenfriedersdorfers Lucas Hanings, der in beiden Disziplinen Bronze gewann. Und dass er den Spitznamen "Henne" trägt, passt irgendwie auch zur Piste an der Ehrenfriedersdorfer Hühnerfarm, auf der die Läufe ausgetragen wurden. Nächstes Jahr soll es wieder so sein.

Ergebnisse Team Erzgebirge im Fis-Riesenslalom/Slalom: U 12: -/7. Johanna Wiesehütter; U 14: 2./3. Anni Dietz; U 14: 3./3. Lucas Hanings; U 16: 4./3. Miriam Dietrich; 3./2. Lukas Richter

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