Talente genießen Olympia-Flair

Obwohl die Freiluftsaison zu Ende geht, ist bei den Leichtathleten der Region noch keine Müdigkeit zu spüren. Im Gegenteil: Auf Landesebene und sogar im internationalen Maßstab gab es Erfolge.

Gelenau/Gornsdorf.

Voller Stolz blicken die Leichtathleten des LV 90 Erzgebirge zurück auf die Landesmannschaftsmeisterschaften in Eilenburg. "Wir waren der einzige Verein, aus dessen Reihen alle Teams den Sprung aufs Podest geschafft haben", sagt Trainer Maik Werner. Besonders groß war die Freude im Mix-Wettbewerb der U 20 sowie in der weiblichen U-16-Konkurrenz, da dort jeweils der Titel für den Verein heraussprang. Silber gab es für die U-14- sowie U-16-Jungen. Mit ihrem dritten Platz komplettierten die U-14-Mädels die beeindruckende Medaillensammlung bei dieser Meisterschaft, die für einige Sportler den zweiten Höhepunkt binnen weniger Tage darstellte.

Kurz zuvor hatten die European Kids Athletic Games im tschechischen Brno fast schon olympische Gefühle geweckt. "Es waren mehr als 1000 Teilnehmer aus 18 Ländern am Start, darunter die Sportschul-Nationalmannschaften aus Russland, Malta, Bulgarien und der Slowakei", berichtet Werner. Er selbst hatte auch eine Auswahl dabei, denn neben zehn LV-90-Athleten waren noch Vertreter der Vereine aus Großolbersdorf, Ehrenfriedersdorf, Gornsdorf und Schwarzenberg mitgereist. Zusammen bildeten sie das Team Erzgebirge, das beim Einmarsch unter deutscher Flagge ins Stadion kam. "Schon allein diese Zeremonie war ein unvergessliches Erlebnis, zumal sie als Livestream im Internet lief", so der Trainer.

Wie die Eröffnung bot auch das Stadion selbst ein Flair, das an große internationale Wettkämpfe erinnerte. Allerdings waren die Starter auf der blauen Tartanbahn auf sich allein gestellt, denn es handelte sich nicht um einen Team-Wettkampf. "Jeder hat drei oder vier Disziplinen absolviert. Dazu kam dann noch die Staffel", sagt Werner. Angesichts der großen und zudem noch starken Konkurrenz zogen sich die Wettbewerbe hin. Allein im 300-Meter-Lauf der U-16-Mädchen waren mehr als 30 Läufe nötig, um die Zeiten der fast 200 Teilnehmerinnen zu ermitteln. Für LV-90-Läuferin Liv Zoe Strohbach stand letztlich der fünftbeste Wert zu Buche. Ein tolles Ergebnis, wie ihr Trainer findet: "Jede Final-Teilnahme oder Top-Ten-Platzierung war dort ein riesiger Erfolg."

Für die absoluten Höhepunkte sorgten zwei Wurfexperten des LV 90 in der AK 15. Sowohl Claudia Lein (10,64 m) als auch Jeremy Neubert (15,69 m) waren im Kugelstoßen nicht zu schlagen. Dies blieben die einzigen Medaillen der Erzgebirger, denn Christopher Arnold schrammte als Vierter über 1500 Meter knapp am Podest vorbei. Ähnlich erging es auch Zilly-Charleen Rubach (SV 1870 Großolbersdorf) im Kugelstoßen der W 14. Für Svenja Hübner vom LV 90 sprang immerhin Platz 6 mit dem Speer heraus. Und auch die Viermal-60-Meter-Staffeln durften sich über die Ränge 5 (Jungen) und 6 (Mädchen) freuen.

So schön der viertägige Ausflug nach Brno auch war: Der Anlass war eigentlich ein trauriger, denn der Wettkampf ist als Ersatz für einen langjährigen Schüler-Ländervergleich in den Terminkalender gerutscht. "Leider ist dieser jetzt zum zweiten Mal ausgefallen", sagt Werner, der mit einer Erz-Auswahl sonst stets gegen Teams aus Louny (Tschechien), Lucenec (Slowakei) und Salgotarjan (Ungarn) angetreten war. Nachdem dieser Wettkampf vor drei Jahren zum 32. Mal ausgetragen worden war, gebe es nun wegen finanzieller Engpässe kaum noch Hoffnung auf eine Fortsetzung. Der Kreisfachverband hat sich laut Werner darauf verständigt, dass künftig eine 40-köpfige Auswahl aus dem Erzgebirge regelmäßig zu den Kids Games nach Brno fahren soll.

Sehr zufrieden zeigte sich auch Tom Uhlmann, seines Zeichens Jugendtrainer in der Leichtathletikabteilung des TSV Elektronik Gornsdorf, mit dem Auftritt von Lucy Queck in Brno. Die junge Gornsdorferin trat im Weitsprung der W12 gegen 116 andere Mädchen an. "Lucy wurde Sechste und das ist bei der internationalen Konkurrenz ein hervorragendes Ergebnis", sagte Uhlmann. Er habe gehofft und die Daumen gedrückt, dass sich sein Schützling ins Finale springt "Ich bin positiv überrascht, dass sie nicht nur ihre Meldeleistung bestätigen konnte, sondern auch noch ein Topresultat mitgebracht hat", so Uhlmann. Schließlich haben sich im großen Starterfeld viele Athleten von Sportschulen befunden. Auch in Eilenburg war Queck im Einsatz: Als StG Zwönitztal startete sie in der U14 zusammen mit ihrer Vereinskollegin Lena Thierfelder, sowie Fanny Heinz und Marie Stopp vom TTL Ehrenfriedersdorf. Queck belegte im Weitsprung Rang 5 (4,72 m), Thierfelder Rang 15 (4,29 m). Dazu kam Platz 7 für Thierfelder im Ballwurf (40,00 m) und Platz 19 für Queck im 75--Meter-Lauf (11,20 s).

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...