Testkick macht dem Außenseiter Mut

Ihren Schwung aus der Meisterschaft wollen die Marienberger Fußballer mit in den Landespokal nehmen. Zudem spenden sie für einen guten Zweck.

Marienberg.

Von der Papierform her ist der FSV Motor Marienberg klarer Außenseiter, wenn er am Sonntag ab 14 Uhr den FC Oberlausitz Neugersdorf empfängt. Zwei Ligen trennen diese beiden Teams, die in der dritten Runde des Landespokals aufeinandertreffen. Während die Gäste in der NOFV-Oberliga Süd Rang 12 belegen, kickt der FSV Motor nur in der Landesklasse, hegt dort als Tabellenzweiter aber hohe Ambitionen. Deshalb rechnen sich die Gastgeber am Sonntag durchaus eine Chance aus.

"Wenn wir unsere Leistung bringen, ist auch etwas möglich", sagt Kenny Schmidt. Der Marienberger Kapitän, der auf dem Rasen als rechte Hand von Trainer Ronny Rother agiert, ist sich der Stärke von Neugersdorf durchaus bewusst. Rother, der ein Spiel des Oberligisten beobachtete, war vor allem vom technisch versierten Mittelfeld beeindruckt. Deswegen aber die eigene Spielphilosophie über den Haufen zu werfen, kommt für Marienberg nicht infrage. "Wir haben unser Stärken nun mal im Spiel nach vorn. Außerdem wäre ein Gegentor eine Frage der Zeit, wenn wir uns nur hinten reinstellen", erklärt Schmidt.

Ganz so hoch anlaufen wie sonst werde Motor den Gegner zwar nicht. Dennoch will der Außenseiter sein Heil in der Offensive suchen, statt hinten Beton anzurühren. 18 Tore konnte das Team allein in den letzten zwei Liga-Partien erzielen - laut Schmidt keine Selbstläufer: "Hoher Aufwand und hohe Disziplin waren die Schlüssel." Und auf die hofft der 32-Jährige auch gegen Neugersdorf: "Wir hauen alles raus und werden dann sehen, was rauskommt." Genauso waren die Marienberger Anfang September auch ihr Freundschaftsspiel gegen den VfB Auerbach angegangen. Anlässlich der Eröffnung des Pobershauer Bergfestes bot das Team dem Regionalligisten dann auch tatsächlich Paroli und hielt beim 2:5 gut mit. "Da haben wir gesehen, was wir leisten können", schöpft der Kapitän Mut.

Obwohl für die Gastgeber das Achtelfinale auf dem Spiel steht, nehmen sie sich Zeit für eine Benefizaktion. "Ausgangspunkt war eine Wette mit unserem Trainer", erklärt Schmidt. Da dieser weniger Kilo abnahm als Motor in der vergangenen Rückrunde Punkte holte, war ein gewisser Betrag fällig. Inzwischen sind daraus 300 Euro geworden, die nun an das Kinder- und Jugendzentrum Pobershau übergeben werden. Dazu kommt der Erlös einer Tombola, für die Zuschauer Lose kaufen können. Zu gewinnen gibt es Trainingsshirts sowie einen Spielball und ein Original-Trikot des Hamburger SV mit Unterschriften der Profis. Möglich wurde diese Aktion durch die Freundschaft, die Kenny Schmidt seit seiner Zeit bei Werder Bremen mit dem heutigen HSV-Spieler Martin Harnik verbindet.

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