Thalheimer Kicker erleben ihr Waterloo

Mit sage und schreibe 1:8 sind die Tannen im Viertelfinale des Erzgebirgspokals an Annaberg gescheitert. Der Coach will nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen.

Thalheim.

1:8. So hoch hat René Wendler noch nie verloren, seit er vor fünf Jahren das Traineramt beim SV Tanne Thalheim übernahm. "Nichtmal im Sachsenpokal, als wir zuhause gegen Eilenburg gespielt haben, haben wir uns das geleistet", sagt der 47-Jährige Fußball-Coach mit hörbarem Zorn im Timbre.

Das Aus im Viertelfinale des Erzgebirgspokals. Es war nicht irgendeines, sondern eines mit Pauken und Trompeten. Eines, auf das vor dem Anpfiff nicht das Geringste hingedeutet hatte. Die Thalheimer waren mit der Empfehlung eines makellosen Saisonstarts in die Erzgebirgshauptstadt gereist. In der Erzgebirgsliga haben sie die ersten sieben Spiele alle gewonnen und befinden sich auf Kurs direkter Wiederaufstieg. Mitabsteiger Annaberg dagegen kann davon nur träumen und hat mit lediglich sieben Zählern auf der Habenseite Mühe, mit dem Mittelfeld Schritt zu halten.

Alles Schall und Rauch. Als wollten sie den schlechten Saisonstart mit einem Schlag vergessen machen, legten die Annaberger gegen Thalheim los wie die Feuerwehr. "Wir haben gekämpft, geackert, Doppelpässe gespielt. Wenn einer einen Zweikampf verloren hat, war sofort ein anderer zur Stelle. Ich bin total begeistert", sagte VfB-Trainer Daniel Mannsfeld. Schon nach vier Minuten brachte Tommy Meyer seine Farben in Führung. In der Folge schwammen sich die Gäste ein bisschen frei und kamen durch Rami Msalam, der nur noch einzuschieben brauchte, nach 29 Minuten zum Ausgleich. Das stachelte allerdings nur die Gastgeber an, wieder etwas mehr zu tun.

Als sich Richie Schulzes Volley nach 38 Minuten über Tanne-Keeper Kevin Mehlhorns Kopf ins Tor senkte - ob absichtlich oder nicht - brach es dann über die Gäste herein. Binnen sechs Minuten trafen zunächst Meyer (40./41.) und Christian Wagner (44.) noch drei weitere Male, sodass es mit 5:1 in die Pause ging. Die Partie war damit im Grunde entschieden. "Im zweiten Durchgang ging es ja nur noch um Schadensbegrenzung. Aber selbst die haben wir nicht geschafft", so Wendler. Stattdessen durften die Gastgeber durch Richard Freund (68.) und Josef Unger (86./89.) noch ein Tore-Triple bejubeln. "Wir wollten unbedingt ins Endspiel. Und das Ärgerliche ist, dass wir diese Blamage jetzt nicht geraderücken können. Denn wir sind halt raus, es geht ohne uns weiter", sagte Wendler, der nicht zu Tagesordnung übergehen will. "Wir müssen das schonungslos auswerten, zumal wir keineswegs ersatzgeschwächt in Annaberg angetreten sind. So dürfen wir uns nicht noch einmal präsentieren. Sein Gegenüber Daniel Mannsfeld hofft nun im Pokal erneut auf ein Heimspiel. "Gegen wen ist mir da vergleichsweise egal."

Besser als die Thalheimer machte es aus Altkreis-Sicht der FSV Burkhardtsdorf, der sich parallel im Viertelfinale zuhause mit 2:0 gegen den FSV Sosa durchsetzte. Der Sosaer Frederic Göbel brachte die Gastgeber mit einem Eigentor nach 34 Minuten in Führung. Rico Faßl sorgte in der 66. Minute mit einem Weitschuss für die Entscheidung - der Sosaer Torhüter stand in dieser Szene zu weit vor dem Kasten. "Die Tore selbst sind etwas glücklich gefallen. Aber insgesamt war das einhochverdienter Sieg, der auch hätte höher ausfallen können. Sosaer hat echt eine gute Mannschaft, aber wir haben ihr den Zahn gezogen,", so FSV-Coach Ulrich Schreiter.

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