VfB verschärft Thalheimer Krise

Mit 2:0 behalten die Annaberger die Oberhand über die Tannen. Ein kleiner Befreiungsschlag, während die Gäste weiter auf diesen warten.

Annaberg-Buchholz.

Die Krise der Thalheimer Tannen in der Fußball-Erzgebirgsliga geht weiter. Auch beim VfB Annaberg unterlag die Mannschaft von Trainer René Wendler mit 0:2 (0:1) und kassiert damit die vierte Pflichtspiel-Niederlage in Serie.

Einen Leckerbissen boten beide Teams den 70 Zuschauern in diesem Duell aber nicht. Vieles fand zwischen den Strafräumen statt, Torraumszenen blieben Mangelware. Das lag vor allem an der starken Defensive der Gastgeber, die bereits früh gegen die Gäste anlief und diese damit zu Fehlern zwang. "Das hatten wir uns vorgenommen", so VfB-Coach Daniel Mannsfeld. "Wir wollten früh pressen, kleine Nadelstiche setzen und Tanne zu falschen Entscheidungen zwingen. Ich denke, das ist uns ganz gut gelungen." Und obwohl die Offensiv-Bemühungen der Annaberger etwas mehr Hand und Fuß als die der Gäste hatten, fiel die Führung für den VfB etwas überraschend. Christian Wagner schlenzte einen Freistoß nach einer umstrittenen Handspiel-Entscheidung gefühlvoll ins Eck und sorgte so für Jubel auf den Rängen. Die Tannen probierten mehr, blieben aber größtenteils wirkungslos. Die größte Möglichkeit zum Ausgleich besaß Manuel Arnold, der richtig stand, als Rico Offenderlein im VfB-Kasten eine Flanke unterlief - der Kopfball des Thalheimers wurde aber von Christoph Meyer noch vor der Linie geklärt.

Die zweite Hälfte begann mit stürmischen Gastgebern, die auf das zweite Tor drängten und dieses auch erzielten. Erst scheiterte Josef Unger zwar noch an der eigenen Ungenauigkeit, nur wenige Minuten später machte es Kilian Gerlach aber besser. Einen steilen Pass in den Lauf spitzelte er am herauseilenden Kevin Mehlhorn im Tanne-Tor vorbei. Die Entscheidung des Spiels, denn obwohl die Gäste den Druck erhöhten, fiel ihnen zu wenig ein, um den Annaberger Defensivverbund zu knacken und sich Chancen zu erspielen. Nur in einer rund fünfminütigen Phase um die 70. Minute wackelte die VfB-Abwehr, aber weder Pierre Kretzschmar noch David Koch brachten die Kugel im Tor der Gastgeber unter. Auch die Blau-Gelben hatten Kontermöglichkeiten, spielten diese aber nicht sauber aus, sodass es am Ende beim 2:0-Erfolg der Gastgeber blieb, die damit nach dem 8:1 im Pokal auch das zweite Absteiger-Duell dieser Saison für sich entschieden haben.

"Das war heute eine sehr starke Leistung der Jungs", zeigte sich Mannsfeld nach der Partie dann auch zufrieden. "Kämpferisch war das wirklich sensationell, dazu ein mannschaftlich geschlossenes Auftreten. Heute hat alles gepasst." Der Sieg sei vor allem wichtig für die Moral, betont der VfB-Trainer. Das emotionale Gegenteil des Annabergers war dagegen Tannes Trainer René Wendler, der eine Weile brauchte, die vierte Pflichtspielniederlage in Folge zu verdauen. "Annaberg hat heute alles für den Sieg getan. Trotzdem hatten wir unsere Chancen und hätten meines Erachtens ein bis zwei Tore machen müssen." Wendler haderte auch mit dem Unparteiischen, der in strittigen Szenen eher pro Annaberg pfiff, wie der Thalheimer feststellte. "Aber das darf keine Ausrede sein. Wir haben heute einfach nicht gut gespielt." Solche schlechten Phasen gebe es immer wieder, so Wendler, der sich kämpferisch gibt. "Wir müssen damit leben. Kopf hoch, wir spielen weiter Fußball. Es war klar, dass jeder gegen uns 10% mehr gibt."

Statistik VfB Annaberg: Offenderlein, C. Meyer, Thomas, Thiel, Unger (76.) Klitzke, T. Meyer, Gerlach, Reichelt, Halm, Wagner (63. Hering), Freund; SV Tanne Thalheim: Mehlhorn; Hesse, Mohr, Nitzsche, Msalam, Koch, Kretzschmar, Barthold, Arnold, Grasse (44. Schaarschmidt), Hirsch (56. Teichert); Tore: 1:0 Wagner (26.), 2:0 Gerlach (51.); SR: Schürer (Reichenbach); Z: 70

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