"Vielleicht lieber etwas Ruhe suchen"

Kreisverband appelliert an Vernunft der Sportler

Annaberg-Buchholz.

Die Verantwortlichen des Kreissportbundes appellieren nach Inkrafttreten der sächsischen Corona-Schutz-Verordnung an den Zusammenhalt der erzgebirgischen Sportler. "Vereinsleben und Sport gehören zu den wichtigsten Säulen unserer Gesellschaft. Die Ehrenamtler haben dieses Jahr Enormes geleistet, sich und ihr Training teilweise neu erfunden - und die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Sportler noch ernster genommen als zuvor", sagt das Vorstandsmitglied des Kreissportbundes Erzgebirge, Jörg Hänsel (Foto). In den Vereinen seien zudem Investitionen in Hygieneschutzmaßnahmen erfolgt, die nicht unter die Geringfügigkeitsgrenze fallen.

Was gerade passiert, sei eine Katastrophe. Ob die Gruppen im Frühjahr so wieder zusammenfinden, bleibe fraglich, aber vielleicht liege darin auch eine Chance. "Vielleicht rückt es ins Bewusstsein der Bürger, was unsere Ehrenamtlichen leisten und was es bedeutet, wenn die Angebote nicht mehr wie gewohnt zur Verfügung stehen. Vielleicht erkennen die Leute noch klarer, welche Leistung unsere Sportvereine für die Gesellschaft erbringen, wenn sie mit ihren Angeboten zur Gesundheitsförderung, Freizeitgestaltung, aber auch Kinderbetreuung beitragen", betont Hänsel, der zugleich als Geschäftsführer des Kreissportbundes arbeitet.

Sport im Freien bleibe unter Auflagen erlaubt. "Ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber jeder Verantwortliche sollte genau überlegen, ob er sein Trainingskonzept jetzt erneut an die Situation anpasst, sich mit Behörden auseinandersetzt und ständig mit der Gefahr einer Kontrolle rechnen muss, um anschließend Nachweise zur Einhaltung der Verordnungen erbringen zu müssen. Möglicherweise ist es angesichts der aktuellen Lage sogar besser, lieber etwas Ruhe zu suchen", führt Hänsel aus. Ende Dezember/ Anfang Januar werde es ohnehin eine neue Verordnung geben. "Und dann sind eventuell alle Planungen wieder neu zu überdenken."

Seines Erachtens sollten die Verantwortlichen auch an ihre eigene Gesundheit denken und sich auf einen Neustart 2021 mit den dann gültigen Verordnungen konzentrieren, so Hänsel in Bezug auf den Breitensport. Für Berufs- und Leistungssportler hingegen sollten weiterhin beste Trainingsmöglichkeiten geschaffen werden. (mas)

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