Vorm Doppelspieltag gehen dem EHV langsam die Spieler aus

Im Lager der Auer Zweitliga-Handballer haben sich eigentlich alle aufs Sachsenderby heute in eigener Halle gegen den HC Elbflorenz gefreut. Nun überschattet die schwere Verletzung eines weiteren Akteurs alles.

Lößnitz.

Natürlich gibt es keinen günstigen Zeitpunkt für eine Verletzung. Aber dass sich mit Kevin Lux ausgerechnet vor dem ersten Doppelspieltag in dieser Saison eine der tragenden Säulen der Abwehr des EHV Aue für Monate in den Krankenstand verabschiedet, macht die Sache für den einzigen Handball-Zweitligisten aus dem Erzgebirge doppelt bitter. Umso mehr, da sowohl der HC Elbflorenz, der heute, 19 Uhr in Lößnitz erwartet wird, als auch der TV Großwallstadt, bei dem die Auer am Sonntag ab 17 Uhr gastieren, direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt sind.

Entsprechend frustriert ist EHV-Manager Rüdiger Jurke unter der Woche gewesen. Denn eigentlich glaubten er und Trainer Stephan Swat den Kader für die Meisterschaft trotz des gewohnt schmalen Budgets gut aufgestellt. Inzwischen lautet die Diagnose: Schlimmer kann es wohl kaum kommen. Nach Sebas- tian Paraschiv (Kreuzbandriss), Ladislav Brykner (Anriss einer Plan- tarsehne), Austris Tuminskis (Bandscheibenvorfall) und Nico Schneider (Fußbruch) ist Kevin Lux, der sich in Balingen einen Kreuz- bandriss zugezogen hat, der fünfte Langzeitverletzte. "Wir müssen jetzt noch enger zusammenrücken, das alles muss uns noch stärker machen", gibt sich Jurke kämpferisch, räumt aber zugleich ein, dass der Rest der Mannschaft so viele Ausfälle nicht dauerhaft kompensieren kann. "Vor allem steigt durch die höhere Belastung ja auch für die verbliebenen Spieler die Verletzungs-gefahr", so der Manager. Ganz besonders, wenn sie an einem Wochen- ende zwei Partien bestreiten müssen wie diesmal. "Wir brauchen auf alle Fälle jemanden für den Mittelblock. Aber wir holen nur einen, der uns weiterhilft", erklärt Jurke. Und dann ist da natürlich auch noch die Sache mit dem Geld.

Für das sächsische Derby heute Abend wird daher wohl erst einmal nur die Variante mit dem Zusammenrücken bleiben. Dabei können die Fans in der Erzgebirgshalle die Auer Handballer tatkräftig unterstützen. "Wir haben schon oft bewiesen, dass wir Ausfälle kompensieren können, wenn jeder alles raushaut", sagt Stephan Swat und fügt an: "Dresden hat zwar die vollere Bank, aber wir haben den Heimvorteil." Der EHV-Coach bleibt Optimist, obwohl es weitere Spieler mit Blessuren gibt und Anfang der Woche auch noch Kevin Roch im Training umgeknickt ist. "Wir versuchen, ihn fit zu bekommen." Die Position von Kevin Lux im Mittelblock übernehmen laut Swat in Arbeitsteilung Franz Schauer, Bengt Bornhorn und Jort Neuteboom. Zudem wird Marcel Schäfer "reaktiviert".

Die Gäste aus Dresden sind bisher deutlich unter den eigenen Erwartungen geblieben. Auch wenn als Saisonziel öffentlich zunächst einmal nur der Klassenerhalt ausgegeben wurde, hatten die Verantwortlichen an der Elbe sicher nicht die Horrorbilanz von einem Sieg, zwei Remis und acht Niederlagen aus elf Spielen im Kopf. Zuletzt allerdings musste sich der HC bei der derzeit immerhin auf Platz 8 stehenden HSG Nordhorn-Lingen nur knapp mit 22:23 geschlagen geben und gewann anschließend zu Hause gegen Rimpar 27:26. Einer aus den Reihen des Tabellenvorletzten ist sicher besonders heiß auf den Einsatz gegen Aue: Marc Pechstein. Er war als Top-Verpflichtung vom EHV zum HC gewechselt, hatte aber noch länger mit einer Fußverletzung zu kämpfen.

Für die Auer geht es heute Abend nicht nur um Punkte, sondern auch darum, dass kein weiterer Akteur ausfällt. Wartet doch bereits am Sonntag, 17 Uhr der momentan zwei Zähler hinter den Erzgebirgern auf Abstiegsplatz 17 stehende TV Großwallstadt. Gespielt wird allerdings nicht in Großwallstadt selbst, sondern in der Untermainhalle im Schulzentrum im Nachbarort Elsenfeld. Die Arena liegt rund 30 Kilometer südlich von Aschaffenburg.

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