Wintereinbruch drückt Resonanz

40 Frauen und 14 Paare sind beim Kurparklauf am Samstag an den Start gegangen. Wegen der recht geringen Teilnehmerzahl warf der Veranstalter sein neues Konzept wieder über den Haufen.

Bad Schlema.

Es war ein neues Konzept, mit dem die Organisatoren des Kurparklaufs in diesem Jahr durchstarten wollten. Gleich zwei Läufe an einem Tag hatten über die Bühne gehen sollen - der 5. Erzgebirgische Frauenlauf und ein Paarlauf.

Doch daraus wurde nichts. Wegen der winterlichen Bedingungen mit Regen, einigen Schneeflocken und Kälte und der insgesamt doch recht geringen Resonanz wurde aus zwei kurzerhand wieder eins gemacht - und alle Läufer gemeinsam auf die Strecke geschickt. Insgesamt stellten sich 40 Frauen und 14 Paare der Herausforderung, die wegen der unzähligen ausgeschriebenen Kategorien hinterher keine klassische Siegerehrung erlebten. Carsten Schmidt vom Veranstalter Sport Concepte Bad Schlema ist für die Zukunft optimistisch: "Wenn das Wetter mitspielt, kommen wir künftig mit Sicherheit auf 100 Frauen, und auch bei den Paarläufern wird die Anzahl steigen."

Was die Strecke für den Frauenlauf angeht, so habe man lange überlegt und Varianten abgewogen. Dann fiel der Entschluss, den Lauf im Kurpark Bad Schlema zu starten. "Ich denke der Lauf ist eine Bereicherung für den Ort. Und selbst bei solchem Wetter sind Leute auf und an der Strecke und haben Spaß. Es ist der Gemeinschaftsgedanke, der zählt.", sagte Annett Poltsch. Die Radiomoderatorin kommentierte den Frauenlauf, gemeinsam mit Heiko Schmidt, der für den Paarlauf zuständig war, bildete sie ein gutes Gespann.

Läuferin Karina Sturm war extra aus Meißen angereist. "Es ist total schön, aber sehr anstrengend. Im Internet hatte ich etwas von einer flachen Strecke gelesen und da ich aus dem Flachland komme, war das ansteigende Gelände für mich nicht ganz ohne." Es sei schade, dass so wenige Leute da waren. "Aber ich denke, wenn das Wetter besser ist, sieht das schon anders aus." Die 41-Jährige, die in der Porzellan-Manufaktur in Meißen arbeitet, zeigte sich begeistert und kann sich gut vorstellen, im kommenden Jahr erneut an den Start zu gehen: "So kleine Veranstaltungen sind immer schön." Dass es einen reinen Frauenlauf gibt, damit kann sie sich anfreunden: "Eigentlich ist es schon etwas diskriminierend, wenn nur Frauen laufen dürfen, aber es gibt auch genügend Veranstaltungen, bei denen nur Männer starten." In Bad Schlema kam sie ohnehin quasi als Paarläuferin ins Ziel: Unterwegs sei sie einem jungen Feuerwehrmann begegnet, mit dem sie gemeinsam in Ziel lief.

Auch Grit Muth aus Schwarzenberg meisterte das Wetter und die schwierigen Bedingungen. "Die Strecke ist auch für Erzgebirger, die eigentlich Berge gewohnt sind, anstrengend", sagte die 39-Jährige, die in der Altenpflege tätig ist. So ein kleiner Lauf sei schön, fühle sich aber durchaus etwas komisch an, "wenn man stellenweise nahezu allein auf der Strecke ist." Die beiden Frauen hatten am Wochenende ein stressiges Programm zu absolvieren. Am Freitag nahmen sie am Chemnitzer Nachtlauf teil und gestern, einen Tag nach dem Auftritt in Bad Schlema, ging es weiter nach Dresden, wo der "Wings for Life World Run" auf dem Programm stand. Bei dieser Veranstaltung, bei der weltweit mehr als 100.000 Menschen gleichzeitig die Laufschuhe schnürten, fließen die Startgelder in die Rückenmarksforschung.

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