"Zehn der elf Teilnehmer haben bestanden"

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Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahme. Das gilt auch für die Schiedsrichter-Anwärter im Fußball, die sich online auf ihre Zukunft einstellen.

Annaberg-Buchholz.

Ohne sie würde auf dem Fußballplatz nichts laufen, kein Pfiff ertönen. Nachwuchs ist daher nicht nur für die Vereine eine Notwendigkeit, auch der Kreisverband Fußball (KVF) Erzgebirge ist auf die nachrückende Generation angewiesen. Zum Beispiel in Sachen Schiedsrichter. Doch wie soll man diese gewinnen und schulen, wenn Präsenzveranstaltungen nicht möglich sind?

"Unser Anwärterlehrgang war für den November geplant", erklärt Thomas Renner, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses im KVF. Auch im Januar, zum neuen Termin, versiegte die Möglichkeit, sodass die Verantwortlichen auf eine Online-Variante umschwenkten. "Wir wollten die, die sich bereits angemeldet hatten, nicht verlieren", sagt Renner. In sechs Videokonferenzen folgte die Regelkunde. Mit der Beteiligung zeigt sich der Annaberger zufrieden: "Elf Teilnehmer - eine solide Zahl in dieser Zeit. Und wir hatten keinen dabei, der sich wieder abgemeldet hat." Die Altersspanne lag zwischen 12 Jahren und Mitte 30, auch die Motivation der künftigen Unparteiischen habe gestimmt, sagt Renner. "Es hat sehr viel Spaß gemacht, alle waren mit Engagement und Herzblut dabei."

Aufgrund der Umstände dachte sich der KVF ein System aus, das sich in ähnlicher Form bereits vor der Zwangspause etabliert hatte. "Wir stellen jedem Teilnehmer einen Paten an die Seite, der Unterstützung leistet", erklärt Renner das Prinzip. Diese haben auch beim Lösen der Hausaufgaben geholfen, die die angehenden Unparteiischen zu erledigen hatten. Der Kontakt über die sozialen Medien oder per Videotelefonie lief offensichtlich gut, denn mit dem Ergebnis ist Renner äußerst zufrieden: "Zehn der elf Teilnehmer haben bestanden."

Was fehlt, ist der Lauftest. Wann der allerdings stattfinden darf, ist noch ungewiss und von den behördlichen Vorgaben abhängig. "Uns sind da die Hände gebunden", so Renner. Auch einen Praxistag wollen die Verbandsverantwortlichen organisieren, denn bislang kennen sie die Teilnehmer ja nur vom Bildschirm, so Renner. "Wir hoffen, dass es im April oder Mai so weit ist."

Doch nicht nur den Nachwuchs behält der Verband im Blick. "Wir wollen die Erfahrenen ebenso bei der Stange halten", so Renner. Mehrere Kampagnen sind geplant, die für Online-Schulungen werben, aufgeteilt in verschiedene Themenbereiche. Dazu holt der KVF die Aktiven selbst ins Boot und erfragt die Interessenslagen seiner Schiris. Für den sportlichen Bereich ist das "Macht euch fit"-Programm gedacht. "Dort gibt es in Zusammenarbeit mit einem regionalen Fitnessstudio verschiedene Kursangebote für unsere Schiris", erklärt Renner. Als ein kleines Dankeschön hat der Fußball-Kreisverband zudem an Weihnachten persönliche Präsentkörbe für die Unparteiischen und Verantwortlichen geschnürt.

Offenbar hat das gefruchtet, denn die befürchtete Abmeldungswelle unter den Schiedsrichtern ist bislang ausgeblieben. Lediglich 5der 227 Unparteiischen ziehen sich zurück. "Das hatten sie aber schon vor Corona angekündigt", sagt der Vorsitzende des Schiri-Ausschusses, der selbst in der Erzgebirgsliga pfeift. Er ist optimistisch, dass die Treue hält: "Man spürt, dass alle sogar ziemlich motiviert sind und endlich wieder aktiv sein wollen."

Im KVF Erzgebirge gibt es 227 Schiedsrichter. Am höchsten eingestuft ist davon der 22-jährige Johnny Schiefer vom VfB Annaberg, der in der U-19-Bundesliga und in der NOFV-Oberliga Partien leiten darf. Danach folgen für die Landesliga Rico Teichmann von Concordia Schneeberg und Jennifer Schubert vom FC Greifenstein, die auch als Assistentin in der Frauen-Bundesliga aktiv ist. Landesklassebegegnungen dürfen Daniel Dommer, Stefan Steingräber (beide VfB Annaberg), Felix Philipp (FSV Zschopau/Krumhermersdorf), Michael Ullmann (Teutonia Bockau), Leon Keller (Germania Gornau) und Michael Rehm (FCE Aue) pfeifen.

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