Zuhause hui, auswärts weiter pfui

Der FC Stollberg hat in der Fußball-Landesklasse auch das vierte Auswärtsspiel in dieser Saison verloren. Bei Schlusslicht Ifa Chemnitz gab es eine klare 0:3-Niederlage - und die war auch noch verdient.

Stollberg.

Gründe für Niederlagen gibt es verschiedene. Mal klebt das Pech am Stiefel, mal ist eine Mannschaft hoffnungslos unterlegen. Die 0:3-Pleite des FC Stollberg in der Fußball-Landesklasse am Sonntagnachmittag beim TSV Ifa Chemnitz gehört in keine der beiden Kategorien. Gegen das Tabellenschlusslicht, wahrlich keine Übermannschaft, präsentierten sich die Erzgebirger zwar über weite Strecken feldüberlegen, doch ein Festival der vergebenen Chancen sahen die 75 Zuschauer im Stadion an der Eubaer Straße nicht.

Die konnten aber hören, woran der FCS-Trainer die vierte Auswärtsniederlage in Folge festmachte. "Genau das müssen wir auch endlich mal machen", hatte der 63-Jährige nach rund 80 Minuten von der Seitenlinie aus in Richtung seiner Mannschaft gerufen. Kurz zuvor hatte ein Chemnitzer Spieler einen Stollberger umgesenst und dafür den gelben Karton gesehen. "Diese Bissigkeit hat mir heute total gefehlt. Nicht in der Abwehr, sondern vor allem im Mittelfeld. Da, wo Fouls nicht immer gravierende Konsequenzen haben und vor allem den Spielfluss unterbinden sollen", so Eichenmüller.

Nachdem sich die Stollberger zu Beginn reichlich fünf Minuten lang in der Hälfte der Ifa ausgetobt hatten, nutzten die Gastgeber die erste Gelegenheit zur Führung. FSC-Kapitän Rico Knopf köpfte einen hohen Ball unfreiwillig in Richtung des eigenen Gehäuses. Ein Chemnitzer nahm ihn dankend an, passte auf Fred Möckel, der das Spielgerät souverän in die lange Ecke bugsierte. Die Sonne habe ihn in dieser Szene geblendet, sagte Knopf. "Aber trotzdem ganz klar mein Ding." Dem Kapitän zufolge habe man versucht, ein wenig offensiver zu agieren als in den vergangenen Auswärtsspielen. "Aber das ist voll in die Hose gegangen."

Erst recht, als der Chemnitzer Tony Elßner kurz vor der Pause auf 2:0 stellte. Vorausgegangen war ein Traumangriff über die linke Seite. Ein Pass in die Gasse, dann einer in den freien Raum auf dem Flügel und eine präzise Hereingabe. In der Mitte schaltete der Torschütze am schnellsten und spitzelte das Leder in die Maschen. Die Stollberger dagegen betrieben großen Aufwand. Doch selbst bei der gelungensten Ballstafette fehlte am Ende der letzte Pass.

Im zweiten Durchgang wurde die Partie zusehends nickeliger. Nun kamen auch die Gäste vermehrt zu Gelegenheiten, scheiterten aber mehrfach am bravourösen Ifa-Schlussmann Christian Nussbaum. Nach dem dritten Treffer waren die Messen aber gesungen. Ein langer Schlag landete beim kurz zuvor eingewechselten Moritz Weiser, der den herausgeeilten Stollberger Keeper Kenny Daniel Hoyer in Kungfu-Manier überwand. Die Gäste monierten hohes Bein, doch der Treffer zählte. Weil er sich bei der Aktion verletzte, musste der Torschütze nach der Aktion gleich wieder ausgewechselt werden - und ließ sich, umgeben von den Ersatzspielern der Ifa, am Spielfeldrand ausgiebig feiern.

In der Tabelle fielen die Stollberger infolge der Niederlage auf Platz 7 zurück. "Das Ärgerliche ist, dass wir uns damit zuhause immer in Zugzwang bringen", so Rico Knopf. Die Gäste sind weiter Vorletzter, wittern aber wieder Morgenluft im Kampf um den Klassenerhalt. "Das war hoffentlich eine Initialzündung für den Rest der Saison. Schon in den vergangenen Spielen waren wir nah dran und nicht so schlecht, wie es in der Tabelle aussieht, so Trainer Mischa Rabe.

Statistik Stollberg: Hoyer, Friedrich, Haase (66. Günther), John, Schubert, Schreiter, Schönherr (82. Beck), Kreißel, Knopf, Tonne, Meyer (66. Schönichen); Tore: 1:0 Möckel (7.), 2:0 Elßner (41.), 3:0 Weiser (76.); SR: Kosmale (Zwickau); Z: 75

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