Zum Saisonfinale das Podest im Visier

Motorrad-Pilot Nicolas Czyba ist am Wochenende in Spanien gefragt. Wegen der Corona-Pandemie gestaltete sich die Anreise für den Oelsnitzer schwierig.

Oelsnitz/Valencia.

Für Motorradrennfahrer Nicolas Czyba und seinen Vater Frank hat die finale Runde der diesjährigen Europameisterschaft in der Klasse Superstock 600 begonnen. Von Dresden aus ging es in dieser Woche zunächst nach Frankfurt/Main und anschließend mit dem Flugzeug ins nordspanische Valencia. Dort stehen am Wochenende die letzten beiden Saisonrennen auf dem Programm. Für den 16-Jährigen geht es dabei darum, sich noch einmal anständig zu präsentieren. Denn nach drei Nullrunden in der komprimierten Saison ist für den Ranglisten-Fünften nach vorn nicht mehr allzu viel möglich. Zuletzt in Aragon war Nicolas Czyba mit einem Infekt ins Rennen gegangen und musste dieser Tatsache Tribut zollen. Davor waren zweimal technische Probleme die Ursache für Ausfälle. "Um das klar zu stellen: Das waren Materialprobleme, für die man niemandem die Schuld geben kann, erst recht nicht dem Team. So etwas kann im Motorsport eben passieren", sagt der Junior, der in Valencia trotz allem mit einem Podestrang liebäugelt. "Das ist durchaus realistisch. Dreimal habe ich das ja schon geschafft." Zumal er sehr gute Erinnerungen an den Kurs "Ricarda Tormo" in Valencia hat. Schließlich fuhr er genau dort bei seinem Debüt in der Internationalen Schweizer Meisterschaft mit der 600er auf die Plätze 2 und 3.

Die gesamte Planung gestaltet sich für die Familie infolge der Corona-Pandemie ziemlich schwierig. "Alles in allem ist das eine enorm zeitaufwendige Angelegenheit", sagt Vater Frank Czyba. Allein für das anstehende Rennwochenende wurden mehrfach Flüge gestrichen, die er aus Kostengründen schon früh in der Saison gebucht und auch bezahlt hatte. "Wann wir das Geld, immerhin eine vierstellige Summe, für die bereits bezahlten, aber gestrichenen Flüge wiederbekommen, ist unklar", berichtet Frank Czyba. Dazu kämen die Gesundheitspapiere. Darin seien mögliche Vorerkrankungen und eventuelle Symptome aufzuführen und ein spezieller Code für die Covid-19-Kontrollen bei den Einreisen nach Spanien und bei der Rückkehr nach Deutschland anzugeben. Vor Ort folgen dann die Fiebermessungen am Flughafen und später an der Rennstrecke - nicht zu vergessen, die Maskenpflicht, die auch im Fahrerlager des hermetisch abgeriegelten Kurses gilt.

Dass Vater Frank überhaupt dabei sein darf, verdankt er der Tatsache, dass Sohn Nicolas erst 16 Jahre alt ist. "Es ist Pflicht, dass ein Erziehungsberechtigter dabei ist", erklärt der Senior. Ansonsten muss wegen Corona aber die sonst übliche Unterstützung der Familie ausbleiben.

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