Zusammenhalt zahlt sich aus

Über Mangel an Nachwuchs kann sich der Grünhainichener Turn-verein nicht beschweren. Dass neben Quantität auch Qualität vorhanden ist, hat sich nun beim Wettkampfhöhepunkt in eigener Halle gezeigt.

Grünhainichen.

Als Pierre Baumann noch ein aktiver Sportler war, hatte er mit Turnen eigentlich wenig am Hut. An der Oberwiesenthaler Sportschule konzentrierte er sich aufs Skispringen, doch selbst da halfen bestimmte turnerische Elemente. "Solche Übungen waren gut für die Körperspannung", erklärt der 52-jährige Grünhainichener, der die Ski inzwischen längst beiseitegestellt hat. Turnen ist für ihn dagegen wichtiger denn je. Schließlich ist er einer von sechs Trainern beim TV Grünhainichen 1863.

"Meine Töchter haben mich dazu gebracht", erläutert Baumann ein Prinzip, das in Grünhainichen gut funktioniert. Setzen anderswo die Kinder Traditionen der älteren Generation fort, so klappt es beim TV 1863 auch umgekehrt. Als Vater half der Grünhainichener beim Auf- und Abbau von Geräten, an denen Lisa und Anna Baumann Wettkämpfe bestritten. Weil er vom Sport viel versteht und ein Verein immer Unterstützung gebrauchen kann, wurde mehr aus der Kooperation. "Seit zehn Jahren habe ich meine Lizenz", sagt der ehemalige Leistungssportler, der sich nun mehr um den Breitensport kümmert.

Auch andere Eltern übernahmen auf diese Weise mehr Verantwortung beim TV Grünhainichen 1863. Und sie werden auch gebraucht, denn "der Zulauf ist derzeit sehr gut", wie Baumann erklärt. Unter Leitung der Vereinsvorsitzenden Anke Nüßler, die selbst als Turnerin Erfolge feiern konnte, betreut der sechsköpfige Trainerstab inzwischen etwa 40 Mädchen sowie fünf Jungen. "Die Kleinen im Alter von fünf bis acht Jahren sind Freitagnachmittag dran. Danach trainieren die Größeren, für die wir auch sonntags und montags Übungseinheiten anbieten", nennt Baumann das umfangreiche Programm.

Dass sich die intensive Nachwuchsarbeit auszahlt, war nun beim 27. Kürturnen in eigener Halle zu erleben. Schon die stolze Zahl von 78 Teilnehmern brachte Anke Nüßler zum Strahlen. "Wir sind jedes Jahr aufs Neue glücklich, dass diese Veranstaltung so großen Zuspruch erfährt", sagt die Vorsitzende, die neben regionalen Vertretern beispielsweise auch Teilnehmer aus Mittweida und Zwickau begrüßen konnte.

Während Anke Nüßler selbst als Kampfrichterin Darbietungen bewerten musste, kümmerten sich Pierre Baumann und die anderen Trainer um die Betreuung der Kinder. Dabei hatten sie häufig Grund zur Freude, denn Lilly Hunger und Lotta Beer belegten in ihren Altersklassen Platz 1, nachdem alle Geräte absolviert waren. Florentine Schneider sowie Luise Pigorsch schafften als Dritte den Sprung aufs Treppchen. Während Charlotte Grimm bei ihrem zweiten Wettkampf mit Platz 5 überzeugte, deuteten auch Jette Stöckel und und Jennifer Marie Treinen bei ihrem allerersten großen Auftritt ihr Potenzial an.

"Den meisten Mädchen liegt das Bodenturnen, weil sie gern tanzen und dort ausdrucksstarke Bewegungen besonders zur Geltung kommen", schildert Baumann seine Erfahrungen. Am Stufenbarren oder beim Sprung komme es dagegen mehr auf die Technik an. Doch über die verfügen die Sportler aus Grünhainichen, wie nicht nur beim Kürturnen zu erkennen war. So sicherte sich der TV 1863 in diesem Jahr unter anderem auch den Mannschaftspokal des mittleren Erzgebirges.

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