Zwischen Medaillen- und Erfahrungsgewinn

Während es für die eine die letzte, ist es für einen anderen die erste Chance. Trotzdem blicken alle gespannt auf die kommenden Tage in Lahti, wo es um Medaillen bei den Nachwuchs-Weltmeisterschaften geht.

Oberwiesenthal.

Kein Skispringer, kein Kombinierer, aber vier Skilangläufer werden den Bundesstützpunkt Oberwiesenthal zur Junioren- und U-23-Weltmeisterschaft in den Nordischen Skidisziplinen vertreten. Hinzu kommen zwei junge Damen, die zumindest den überwiegenden Teil ihrer bisherigen Laufbahn am Fichtelberg bestritten haben, nun an anderen Orten trainieren, aber weiterhin für Vereine in der Heimat starten.

Neben Skispringerin Selina Freitag aus Breitenbrunn, die mittlerweile in Oberstdorf ihr sportliches Zuhause gefunden hat, aber immer noch die Farben der SG Nickelhütte Aue vertritt, handelt es sich um Katharina Hennig. "Bei mir passt es diesmal ganz gut in den Trainingsplan, weil die WM der Erwachsenen spät liegt. Deshalb will ich noch einmal angreifen", sagt die 22-jährige Langläuferin aus Königswalde. In Pyeongchang durfte sie bereits Olympia-Luft. Nun peilt sie die WM der Erwachsenen in Seefeld an, will aber zuvor in Lahti mitmischen. "Auch das ist nicht einfach. Aber im Verhältnis zu den Weltcuprennen ist die Konkurrenz in der U 23 natürlich schwächer", blickt die fünfmalige Deutsche Meisterin voraus. Vielleicht klappt's ja mit Gold, nachdem sie bereits eine silberne und zwei bronzene JWM-Medaillen gewonnen hat. Speziell im klassischen Massenstart bewertet die Sportlerin des WSC Erzgebirge Oberwiesenthal ihre Erfolgsaussichten als gut.

Ebenfalls in der U 23 ist Richard Leupold dabei. Nach Rang 5 bei der JWM 2016 in Rasnov würde er gern wieder weit vorn landen. Zuletzt in Dresden hat er beim Weltcup mit sich gehadert. "Da bin ich schlecht angelaufen, war mit mir sehr unzufrieden. Aber von der U 23 zu den Herren ist der Unterschied gewaltig", macht sich der Hauptgefreite der Bundeswehrsportfördergruppe nach Platz 57 wieder Mut. Seit 2010 trainiert der Dresdener in Oberwiesenthal und sieht sich im Sprint deutlich am besten aufgestellt.

Die anderen Stützpunktsportler gehen bei den Junioren an den Start. Anna-Maria Dietze dürfte die erfahrenste davon sein, hat sie doch 2018 mit der Staffel in Goms überraschend JWM-Gold gewonnen und war mit dem Team Dritte der Olympischen Jugendspiele. Die Seiffenerin wird im Sprint und über 5 Kilometer Freistil antreten. Bei letzterem trifft sie auf ihre Trainingskollegin Jessica Löschke, die zuletzt dreimal aufs Podest bei Alpencuprennen gelaufen ist. Nun aber kommt die Konkurrenz aus Skandinavien und Übersee hinzu. Sie läuft außerdem das Massenstartrennen über 15 Kilometer. "Auf jeden Fall will ich mich für die Staffel qualifizieren", sagt die 18-Jährige, die in Bad Dürrenberg wohnt und für den TSV Leuna startet. Dort ist ihre Mutter Trainerin und dort hat sie auf Rollern das Skifahren gelernt. "Und sobald es ging, sind wir in den Harz zum Skilaufen, inzwischen bin ich seit sechs Jahren am Fichtelberg", erklärt sie. Denn im ersten Moment wird nicht gleich klar, wie ein Mädchen aus einer Industriestadt zum Skilaufen kommt.

Maxim Cervinka ist ebenfalls über Umwege auf Schnee gelandet. Einst war der Zittauer als Leichtathlet Sachsenmeister über 800 Meter, ist durch seine Physis in Oberwiesenthal gelandet, hat da seine skifahrerischen Fähigkeiten immer weiter verbessert und bereits in der AK 15 die Gesamtwertung des Deutschen Schüler-Cups gewonnen. Nun will der 19-Jährige in Lahti im Sprint den Prolog überstehen. "Darauf liegt sein Fokus", sagt Bundestrainer Lars Lehmann. Es geht ums Lernen und das Sammeln von Erfahrungen. Die Mädchen allerdings sollen zumindest in den Staffelwettbewerben weit vorn ankommen.

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