Hart erkämpfter Heimsieg

Lange zittern mussten die Anhänger von Handball-Zweitligist BSV Sachsen Zwickau am Samstag. Das 21:13 gegen die HSG Freiburg wurde erst spät zur klaren Angelegenheit.

Zwickau.

Es dauerte nur sechs Minuten, da zog Trainer Norman Rentsch am Samstag die Reißleine. Was Handball-Zweitligist BSV Sachsen Zwickau bis dahin gegen die HSG Freiburg auf die Platte gebracht hatte, gefiel dem Coach gar nicht. Gegen den Vorletzten der Vorsaison startete seine Mannschaft vor allem im Angriff mit viel Sand im Getriebe. Erst nach der Auszeit schaffte es Isa-Sophia Rösike in der 9. Spielminute, den ersten Treffer für die Gastgeberinnen zum 1:2 zu erzielen.

Den schlechten Start erklärte die Kapitänin mit zu viel Druck, den sich die Mannschaft vor dem ersten Heimspiel nach mehr als einem halben Jahr Pause selbst gemacht habe. "Wir hatten unseren Fans in der Coronazeit viel zu verdanken. Sie haben zum Beispiel bei der Spendenaktion alle Trainingstrikots gekauft. Wir waren ihnen also was schuldig und wollten anfangs vielleicht einfach zu viel", sagte Rösike zur Leistung in der ersten Halbzeit. Am möglichen Heimsieg zweifelte die 25-Jährige in dieser Phase nicht: "Es war einfach eine Konzentrationssache, um die Bälle reinzubringen." Dass sie vor Saisonbeginn von ihren Mitspielerinnen in das Amt gewählt wurde, überraschte Isa-Sophia Rösike ein Stück weit. Besonders hervorheben will sie die Rolle nicht. "Wir sind alle ein Team und alle auf einer Ebene. Natürlich habe ich als Kapitänin ein bisschen mehr Verantwortung, um die Mädels zu pushen. Dem will ich schon gerecht werden", betonte Rösike, die seit Januar 2018 zum BSV-Kader gehört.

Am Samstag schaffte sie das unter anderem mit ihren Treffern. Mit insgesamt sechs Toren war sie am Ende erfolgreichste Zwickauer Werferin. Einmal mehr zeigte sich aber auch die Ausgeglichenheit im Team. Alle neun Spielerinnen trugen sich in die Torschützenliste ein. Als zwei Minuten vor dem Ende Diana Dögg Magnusdottir als letzte Spielerin erfolgreich war, schien der Jubel der 295 Zuschauer noch ein klein wenig lauter zu sein. Immerhin war es das erste Tor der Isländerin im BSV-Trikot. Großen Anteil am Erfolg gegen Freiburg hatte zudem Torhüterin Ela Szott. Sie war von Beginn an hellwach und hielt ihre Mannschaft in der schwierigen Anfangsphase mit sehenswerten Paraden auf Tuchfühlung. "Ela hatte in den vergangenen Tagen schon ansteigende Form. Da Charley zuletzt leicht angeschlagen war, wusste sie, dass es eigentlich keine Wechselmöglichkeit gibt. Solcher Druck motiviert sie oft besonders", sagte BSV-Trainer Norman Rentsch.

Während Charley Zenner immerhin mit auf der Auswechselbank saß, verfolgte das Verletzten-Quintett der Zwickauerinnen die Partie von den Zuschauerplätzen aus. Ihr Fehlen machte sich gerade in der ersten Halbzeit bemerkbar. Als Ausrede für den schwierigen Start wollte Rentsch das nicht gelten lassen: "Jede Spielerin hat die Qualität für die Startformation. Diese Verantwortung müssen die Mädels auch übernehmen." Trotzdem ist der Coach froh, dass nach den beiden Partien in Wuppertal am nächsten Sonntag sowie am 26. September zu Hause gegen Bremen zwei spielfreie Wochenenden warten. "Das kommt uns sehr gelegen. So können wir den Verletzten einfach ein bisschen mehr Zeit geben, um ganz fit zu werden", so Rentsch.


A-Jugend scheitert in der Bundesliga-Qualifikation denkbar knapp

Der Nachwuchs des BSV Sachsen Zwickau hat den Einzug in die Vorrunde der A-Jugend-Bundesliga denkbar knapp verpasst. Die Mannschaft von Trainer Jörg Heinrich kam am Wochenende gegen die HSG Osnabrück zu zwei Unentschieden. Am Samstag trennten sich beide Teams in Osnabrück 29:29. Das Rückspiel am Sonntagnachmittag endete 32:32. Weil die Niedersächsinnen mehr Auswärtstore erzielten, spielen sie nun in der Bundesliga.

Schon in der ersten Begegnung zeigte sich von Beginn an, dass beide Teams auf Augenhöhe spielen. Lange konnte sich weder Osnabrück noch Zwickau absetzen. Erst im Verlauf der zweiten Halbzeit zogen die Gastgeberinnen auf 28:22 (48. Minute) davon. Mit einer Energieleistung kam der BSV-Nachwuchs noch einmal heran und ließ nur noch ein Tor von Osnabrück zu. 30 Sekunden vor Ende schließlich verwandelte Jasmina Gierga einen Siebenmeter zum Ausgleich.

Ähnlich spannend war es keine 24 Stunden später in Zwickau. Immer wieder wechselte die Führung. Angetrieben vom BSV-Fanclub und zahlreichen Zuschauern holten die Gastgeberinnen alles aus sich heraus. Als Osnabrück den 30. Treffer erzielte war klar, dass Zwickau auf jeden Fall gewinnen muss. Erneut war es Gierga, die eine Minute vor Schluss ausglich. Den anschließenden Angriff der Gäste konnte der BSV frühzeitig stoppen. Ein Tor aber fiel nicht mehr. (aheb)

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