Steinpleis-Werdau jubelt mit dem Pott

Die Fußballer des FC Sachsen schenkten ihrem Trainer am Samstag zum Abschied den Gewinn des Kreispokals. Für Wilkau-Haßlau gab es zwei unerwünschte Premieren.

Mülsen.

Besser hätte das vorerst letzte Spiel von Matthias Lange auf der Trainerbank des FC Sachsen Steinpleis-Werdau kaum laufen können. Mit 4:1 (2:0) setzte sich sein Team am Samstag im Finale des Fußball-Kreispokals gegen den SV Muldental Wilkau-Haßlau durch. Dabei war der angedachte Plan des Übungsleiters schon kurz nach dem Anpfiff hinfällig. "Wir hatten uns das anders vorgestellt, dass wir das Spiel machen müssen. So zeitig ein Tor zu schießen hat uns eine gewisse Sicherheit gegeben. Danach war Wilkau im Zugzwang", sagte Lange.

Gerade einmal 78 Sekunden dauerte es, bis Steinpleis-Werdau im Sportzentrum Stangendorf in Mülsen in Führung ging. Nach einem Pass von Rico Krebs steuerte Tom Dörner auf SV-Schlussmann Danny Jusiak zu. Der Keeper behielt zunächst die Oberhand, doch Randy Tittel staubte zum 1:0 ab. Im Anschluss blieb der Westsachsenligist gefährlicher. Folgerichtig erhöhte Steinpleis-Werdau in der 20. Minute. Zwar scheiterte Dörner zunächst erneut an Jusiak, doch den zweiten Ball eroberte der Offensivmann diesmal selbst. Klug umspielte er den Torwart und legte im Strafraum zurück auf Rico Krebs, der zum 2:0 einschob.

"Gerade das frühe Gegentor war bitter. Den Nackenschlag mussten wir erst mal verdauen", sagte Jusiak. Denn das Team, das die abgebrochene Saison als Tabellenführer der Kreisliga Staffel 1 abschloss, hatte sich viel vorgenommen. "Am Ende hat Steinpleis-Werdau verdient gewonnen. Sie waren die cleverere Mannschaft. Da hat man gesehen, dass sie schon ein paar Jahre in der Kreisoberliga spielen", so Jusiak.

Doch chancenlos war Wilkau-Haßlau nicht. Gegen Ende der ersten Hälfte erarbeitete sich der SV mehrere Freistöße in der Hälfte des FC. Vor der Pause setzte Carl Dennstedt den Ball rechts am Kasten vorbei, nach dem Seitenwechsel wurde Max Lorenz im Strafraum im letzten Moment abgeblockt. Doch dann schlug Steinpleis-Werdau eiskalt zu. Ein Fehlpass in der SV-Abwehr landete bei Dörner, der wieder einmal vor Jusiak auftauchte. Robin Schott brachte die Nummer 37 des FC Sachsen jedoch zu Fall. Es gab Elfmeter und Gelb-Rot für den Verteidiger. Das 3:0 durch Rico Krebs vom Punkt war die Vorentscheidung (56. Minute).

"Wichtig war, dass wir den Gegner nicht unterschätzt haben", sagte Krebs. In der 74. Minute erzielte Tom Dörner dann doch noch sein wohlverdientes Tor. Für den SV markierte Kapitän Max Weichert den Ehrentreffer (78. Minute). In einer unterhaltsamen Schlussphase ließen beide Teams noch einige Hochkaräter liegen.

Während Steinpleis-Werdau den Pokalgewinn feierte, gab es für Wilkau-Haßlau zwei unerwünschte Premieren. Nach zehn Siegen und drei Unentschieden in der aufgrund der Corona-Krise abgebrochenen Kreisliga sowie fünf Siegen im Pokal setzte es ausgerechnet im Endspiel die einzige Saisonniederlage. "Die war verdient. Wir haben es nicht geschafft, den nötigen Druck zu erzeugen", sagte SV-Trainer Marcus Weichert. Beim zweiten Novum stand er selbst im Mittelpunkt. Nachdem er sich in der 60. Minute über eine Abseitsentscheidung aufgeregt hatte, zeigte ihn Schiedsrichter Andy Freier Rot. Es war die erste Rote Karte für einen Trainer im Zwickauer Kreispokal, seitdem auch Offizielle mit Karten bestraft werden können. "Er hat mir gesagt, dass ich Rot bekommen habe, weil ich auf dem Spielfeld war", so Weichert. Fortan musste er die Partie auf einem angrenzenden Feld verfolgen, auf dem sich auch rund 100 Zuschauer versammelt hatten. Trotz Niederlage war die Stimmung beim Trainer gut: "Wir haben eine gute Saison gespielt und sind aufgestiegen. Ich muntere die Jungs jetzt auf, dann feiern wir trotzdem."

Gefeiert wurde auch beim FC Sachsen, wie Rico Krebs versicherte: "Es ist ja unser erster Pott seit 2008" - und für den Trainer ein perfekter Abschied. "Das habe ich mir natürlich so gewünscht", sagte Lange, der eine Pause einlegen will. "Ich bin jetzt 52 Jahre alt und 46 davon im Fußball aktiv. Das reicht erst mal. Frau Lange freut sich auch, wenn ich mal zu Hause bin."

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