Viel Lob für BSV-Neuzugang

Der Handball-Zweitligist aus Zwickau hat sich mit Pia Adams noch einmal verstärkt. Die Rückraumspielerin hatte zuletzt freiwillig eine Pause eingelegt.

Zwickau.

Zwei Tage haben ausgereicht, um Pia Adams vom BSV Sachsen und der Stadt Zwickau zu überzeugen. Als sich im September abzeichnete, dass Brigita Ivanauskaite ihren Vertrag auflösen möchte, rief BSV-Coach Norman Rentsch bei der 24-jährigen Rückraumspielerin an. Die war zu dem Zeitpunkt zwar auch mit anderen Vereinen im Gespräch, kam aber für ein Wochenende gemeinsam mit Vater Rainer nach Westsachsen. "Das Gesamtpaket mit dem Trainerteam, den Mädels und der Stadt hat mich sehr schnell überzeugt. Ich sehe den Wechsel nach Zwickau auch als persönliche Herausforderung. Ich war noch nie soweit weg von zu Hause. Man muss mal Neues wagen, um sich weiterzuentwickeln", sagt die 1,82 Meter große Handballerin, die zuletzt mit Bayer Leverkusen in der 1. Bundesliga spielte.

Ihre Karriere begann Pia Adams in ihrer Heimatstadt Burscheid. Von dort ging es in die Nachwuchsabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen. Mit der A-Jugend des Vereins wurde die Rückraumspielerin dreimal Deutsche Meisterin und debütierte in dieser Zeit in der 1. Bundesliga. Immer an ihrer Seite war dabei Vater Rainer, der als Co-Trainer zur A-Jugend gehörte. Die Sporthalle in Neuplanitz kennt er genauso wie seine Tochter bereits aus Gegnerperspektive. Von 2017 bis 2019 spielte Pia Adams beim Zwickauer Ligakonkurrent TV Beyeröhde-Wuppertal, ihr Vater war zuletzt im Februar als Co-Trainer des Teams in der Muldestadt. "Er unterstützt mich bei allem und hat vergangene Woche auch die ersten Einheiten nach dem Trainingsplan von Dietmar Schmidt mit mir gemacht", erzählt die 24-Jährige, die sich nach einer Verletzung aktuell im Aufbautraining befindet.

In Zwickau nimmt Adams erstmals seit vielen Monaten wieder den Ball in die Hand. Seit vergangenem November laborierte sie an einer Entzündung im Fuß. Die war auch der Grund, warum die Rückraumspielerin im Juli ihren Vertrag in Leverkusen auf eigenen Wunsch auflöste. "Ich habe damals entschieden, die Verletzung richtig auszukurieren - ohne den Druck zu haben, ins Mannschaftstraining einsteigen zu müssen. Das habe ich geschafft und jetzt freue ich mich darauf, endlich wieder spielen zu können", betont Pia Adams, die in Zwickau neben dem Handball als Physiotherapeutin arbeiten wird und sich auch im Nachwuchs sowie dem Verein Planitz aktiv einbringen will. Ihre ersten Einsatzminuten für den BSV konnte sie wahrscheinlich schon am Donnerstagabend im Trainingsspiel beim HC Rödertal (Ende nach Redaktionsschluss) sammeln.

Dass die Rückraumspielerin auf einem guten Weg ist, bescheinigte ihr bei der Vorstellung am Mittwoch auch Dietmar Schmidt. "Pia ist extrem aufnahmefähig und setzt die Anweisungen im Athletiktraining sehr schnell um. Das habe ich in den ersten Tagen gesehen und das wird sie uns auch auf dem Feld zeigen. Über die Verpflichtung habe ich mich sehr gefreut", äußerte sich Schmidt bei der Pressekonferenz sehr lobend über den Neuzugang. Adams Stärken kennt er auch aus Sicht eines Gästetrainers. In seiner Zeit in Frankfurt/Oder habe sie mit ihren Toren für Leverkusen zweimal den Einzug ins Final-4-Turnier der Jugendbundesliga verhindert.

Diese Wurfgewalt aus dem Rückraum ist es, die BSV-Coach Norman Rentsch schätzt. "Ihre Durchschlagskraft ist ähnlich der von Katarina Pavlovic. Mit der Masse an Erfahrung kann Pia der Mannschaft viel geben und unser Spiel breiter machen. Ich bin froh, dass sich eine Spielerin mit so einem Ruf für uns entschieden hat", betont Rentsch, der dafür nicht allein finanzielle Gründe sieht. Auch die Stimmung rund um das Team spreche für Zwickau. Das bestätigt Adams: "Die zwei Tage im September und auch die erste Zeit haben mir sehr gefallen. Das gesamte Team hat mich super aufgenommen und ich fühle mich schon integriert."

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