Ziel: Die Null muss stehen

Der FSV Zwickau verfügt derzeit über die beste Abwehr in der 3. Liga. Anthony Barylla nennt den Schlüssel zum Erfolg.

Zwickau.

Bei fast jeder wichtigen Zweikampfsituation in der zweiten Halbzeit konnten die Zuschauer im "Schwanennest" erahnen, wer im Duell FSV gegen Fortuna Köln (1:0) als Sieger vom Platz gehen würde. Die Zwickauer wollten den Sieg einfach mehr. Die Körpersprache, sie sprach für sich, so auch bei Anthony Barylla. "Wir haben uns auf uns selbst und die eigenen Stärken konzentriert. Dazu gehörte, dass wir jeden Zweikampf zu 100 Prozent angenommen haben, auch in der ersten Halbzeit, als es in unserem Spiel nicht gut lief. Genau dort dürfen wir auch in Zukunft nicht nachlassen", umreißt Barylla Junior die große Stärke der Westsachsen.

Selbst in der von Kölner Dominanz geprägten ersten Spielhälfte konnte der 21-Jährige einige Ausrufezeichen setzen. Absolute Klasse waren seine Klärungsaktionen gegen Sebastian Schiek (17.) und Moritz Hartmann (24.), für die es donnernden Szenenapplaus von den Zuschauerrängen gab. "Konzentration und Willen spielten gerade am Ende einer englischen Woche die entscheidende Rolle. Ich bin voll auf Fußball fokussiert und versuche, immer alles zu geben", sagt Barylla.

Für Christian Bickel ist Anthony ein ganz wichtiger Mitspieler. "Der ,Brille' sichert mich von hinten richtig gut ab, sodass ich viele Freiheiten im Spiel nach vorn habe", so Bickel. In die gleiche Kerbe haut Trainer Joe Enochs: "Anthony Barylla ist ein schneller und zuverlässiger Spieler, der trotz seiner Jugend auch taktisch schon sehr weit ist. Das Zusammenwirken auf der rechten Seite mit Christian Bickel, aber auch im Abwehrverbund mit Toni Wachsmuth, Nico Antonitsch und René Lange klappt sehr gut."

Die Zwickauer haben nach vier Partien erst zwei Gegentore kassiert, können damit im Moment auf den besten Defensivwert in der 3. Liga verweisen. "Es ist schwerer geworden, gegen uns Tore zu erzielen", stellt Barylla fest. Bis auf Kleinigkeiten habe die Mannschaft im Defensivverhalten gegen Köln das umgesetzt, was sie wollte. Wichtig sei, dass man hinten dicht hält, wenn das Spiel mal nicht so gut läuft. "Die Null muss hinten stehen, ein Tor kann man dann immer noch machen", verweist Barylla auf die richtige Taktik im Köln-Spiel. Das Abwehrtalent hat den Sprung in den Profifußball geschafft. Auch dank seines Vaters. "Aber nicht nur er, sondern die ganze Familie steht hinter mir. Alle sprechen mir Mut zu und sagen, ich soll immer weitermachen, auch wenn es mal nicht so läuft." In der Vorsaison kam Anthony auf 28 Punktspiele - stark für einen Newcomer. In der aktuellen Saison stand er in allen vier Partien über die volle Distanz auf dem Platz. "Ich will möglichst viele Spiele bestreiten und mich mit der Mannschaft fern von den Abstiegsplätzen halten. Das ist mein Ziel", erklärt der Schmöllner, der sich in Zwickau pudelwohl fühlt. Beim FSV weiß jeder, dass er sich auf seine Mitspieler verlassen kann, betont Barylla: "Wenn einer einen Zweikampf verloren hat, ist der nächste sofort da. Das ist der Schlüssel zum Erfolg."

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