Wo lädt dieses Spielgerät Kinder zum Klettern ein?

Genau 56 Zuschriften sind zum April-Fotorätsel eingegangen. Drei Leser tippten falsch. Heute gibt es eine neue Aufgabe.

Zwickau.

53 Leser haben die April-Rätselnuss geknackt. Sie wissen, dass sich das Türmchen auf dem Rittergut Niedermosel befindet. Drei Antworten waren falsch.

"Das Rittergut war seit 1248 Stammsitz der Adelsfamilie von der Mosel. 1744 wurde das Herrenhaus im Barockstil von Kaspar Siegismund Marschall von Bieberstein auf Leubnitz auf den alten Grundmauern errichtet", schreibt Ingrid Riemann aus Lichtenstein. Zu DDR-Zeiten befand sich in dem Rittergut der Sitz der LPG "Sieg des Sozialismus". Eckhard Seifert hat die über Jahrzehnte heruntergewirtschaftete und dem Verfall preisgegebene Immobilie vor ein paar Jahren erworben und ein Schmuckstück daraus gemacht. Im Juni 2015 eröffnete er nach nur 16-monatiger Bauzeit darin eine Pension mit Landcafé. Das Objekt ist voriges Jahr mit dem Zwickauer Architekturpreis ausgezeichnet worden. "Es steckt schon viel Leidenschaft von mir drin", sagt Seifert "Und geschafft habe ich es nur dank der riesigen Unterstützung durch die Familie, Freunde und Firmen aus der Region."


Eckhard Seifert erzählt, dass im vorigen Advent der Kabarettist und Buchautor Bernd-Lutz Lange zu Besuch im Rittergut war. "Der bekannte Künstler hat schließlich früher in der LPG ,Sieg des Sozialismus' Gärtner gelernt. Gemeinsam sind wir zu der Pappelreihe gegangen, die er einst mit gepflanzt hat."

Leser berichten von schönen Familienfeiern im Rittergut und von Fahrradtouren, bei denen sie Rast im Café gemacht und sich Kuchen, Torte und Eis haben schmecken lassen. Erlebnisreiche Führungen durch das Haus wird es zum Tag des offenen Denkmals am 10. September wieder geben.

Aus allen richtigen Zuschriften sind drei Gewinner gezogen worden: Sabine Kies aus dem Zwickauer Ortsteil Mosel, Brigitte Wagner aus Dennheritz und Gerhard Hofmann aus Glauchau. Die Gewinner werden schriftlich informiert.

Heute startet das Mai-Fotorätsel. Die "Freie Presse" fragt: Wo lädt dieses Spielgerät Kinder zum Klettern ein? Ihre Antwort können Sie bis zum 31. Mai an die "Freie Presse"-Lokalredaktion, Hauptstraße 13 in 08056 Zwickau, oder per E-Mail (bitte Absender nicht vergessen) senden.

@freiepresse.de


Ein Moseler rettete Friedrich dem Großen das Leben

Der Besitzer des Rittergutes Niedermosel, Eckhard Seifert, erzählt Besuchern des alten Gemäuers gern die Geschichte, wie Conrad Wilhelm Heinrich von der Mosel am 12. August 1730 dem Sohn von König Friedrich Wilhelm I., der als Friedrich der Große in die Geschichte eingegangen ist, das Leben rettete. Auch Annett und Thomas Buschbeck aus Meerane, die die Fotorätselnuss knackten und viel Interessantes zur Historie des Rittesgutes Niedermodel wissen, kennen diese Geschichte.

Sie schreiben: In dem Buch "Was wäre geschehen wenn?" hat der amerikanische Historiker Robert Cowley 23Historiker aufgeboten, um zu zeigen, dass Weltgeschichte oft nur um Haaresbreite so und nicht anders verlaufen ist. Viele Persönlichkeiten des Buches sind in Vergessens geraten. Eine davon ist der Festungskommandant Conrad Heinrich von der Mosel. Er wurde am 25. Novem- ber 1664 in Mosel geboren, hat seine Heimat später verlassen und lebte am Niederrhein.

Es war eine Zeit in der die freie Persönlichkeit nicht viel galt, Gehorsam angesagt war. Auch Königskinder litten darunter. Besonders streng war es in Preußen. Deshalb wollte der spätere Friedrich der Große als Knabe mit seinem Freund von Katte aus Preußen fliehen. Kurz vor Wesel wurde er verhaftet. Sein Vater, König Friedrich Wilhelm I., schlug ihn blutig.

In der Festung Wesel soll es dann in Anwesenheit von Heinrich von der Mosel zu folgendem Gespräch gekommen sein: Vater: "Warum habt Ihr desertieren wollen?" Sohn: "Weil Sie mich nicht wie Ihren Sohn, sondern wie einen gemeinen Sklaven behandelt haben." Vater: "Ihr seit nichts als ein feiger Deserteur, der keine Ehre hat." Sohn: "Ich habe so viel Ehre wie Sie, und ich habe nichts getan, was Sie an meiner Stelle nicht auch getan hätten." Das war zu viel. Wutentbrannt stürzte sich der Vater mit gezogenem Degen auf den Sohn. Da warf sich der mutige Festungskommandant Generalmajor Heinrich von der Mosel zwischen beide und rief "Sir durchbohren Sie mich! Aber schonen Sie Ihren Sohn." Da ließ Friedrich Wilhelm (der Soldatenkönig) seinen Degen fallen. Heinrich von der Mosel rettete so den später auch als "Alter Fritz" bezeichneten Mann das Leben.

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