Der neue Radweg könnte Leben retten

Seit Jahren wünschen sich die Heinrichsorter einen Radweg. Der Freistaat stellt einen solchen nun in Aussicht. Dadurch könnte ein weiteres akutes Problem gelöst werden.

Heinrichsort/Lichtenstein.

Es kommt erfahrungsmäßig nicht allzu häufig vor, dass Vertreter von Ortschafts- oder Gemeinderäten lobende Worte für die Verwaltung des Freistaates übrig haben. Bei der jüngsten Sitzung des Heinrichsorter Ortschaftsrates ereignete sich ein solcher Fall. "Ich bin beeindruckt, wie schnell die eine solche Planung hinbekommen", verkündete Ortsvorsteherin Annett Richter (CDU).

Aus dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) war einige Tage zuvor eine Botschaft gekommen: Der Freistaat will für den Bau eines neuen Radweges von Heinrichsort in Richtung Lichtenstein aufkommen. Offenbar hatte sich Holger Quendt, ein Abteilungsleiter aus der Behörde beeindruckt gezeigt, wie emotional sich einige Bürger während einer Ortschaftssitzung im Januar für den Radweg eingesetzt hatten. So interpretiert das zumindest die Ortsvorsteherin.

Die Nachricht dürfte aber vor allem viele Heinrichsorter freuen, die sich seit Jahren einen Weg wünschen, wie sie sicher mit dem Rad in den Ort hinein und wieder hinaus kommen. Denn die S255 als direkte Verbindung nach Lichtenstein ist alles andere als ungefährlich. Hier gibt es viele Kurven, das Aufkommen an Lastern ist hoch, zudem ist die Staatsstraße sehr eng. Kreuze am Straßenrand zeugten über die Jahre hinweg von Unfallopfern, die hier ihr Leben ließen.

Vor Ort hatte es daher Überlegungen gegeben, einen Radweg durch den Burgwald zu bauen. Doch das Vorhaben erwies sich als nur schwer umsetzbar, da die Kommune hierfür hätte selber aufkommen müssen. Der vom Lasuv in Aussicht gestellte Radweg würde hingegen entlang der Staatsstraße führen, ergo läge die Finanzierung auch beim Freistaat. Das Vorhaben steckt aktuell im Planfeststellungsverfahren. Mit dem Baubeginn rechnet Richter allerdings erst in fünf Jahren.

Die Planungen sehen vor, dass der Radweg von der Kreuzung Burgwaldstraße/Prinz-Heinrich-Straße in Richtung Lichtenstein bis zur Burgstraße führt. Von dort an müssten die Radfahrer durch den Wald bis zur Niclaser Straße und dann nach Lichtenstein reinfahren.

Wenn der neue Weg fertig ist, würde er nicht nur das Leben der Radfahrer vereinfachen. An der stark befahrenen Kreuzung Burgwaldweg/Prinz-Heinrich-Straße müsste auch eine Verkehrsinsel errichtet werden. Denn da der Radweg nur auf der linken Seite verlaufen würde, erfordern die Planungen eine sichere Möglichkeit, die Straße zu überqueren. Eine Verkehrsinsel hätte jedoch noch einen andern Effekt. Durch die Verengung könnte der Verkehr verlangsamt und somit möglicherweise Leben gerettet werden. Denn gerast wird auf der Prinz-Heinrich-Straße gerne, weiß Annett Richter: "Sobald die Fahrer am Blitzer vorbei sind, wird erst mal richtig Gas gegeben."

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