Die klugen Köpfe von Zwickau

Fünf Gruppen von Nachwuchsforschern sind an der Westsächsischen Hochschule aktiv. Sie alle stellen sich auf einem Symposium vor.

Zwickau.

Ihr Blick geht nach vorn, in die Zukunft. In eine Zukunft, die sie selbst mitgestalten. Rund 30 junge Leute arbeiten an der Westsächsischen Hochschule (WHZ) in einer von fünf Nachwuchsforschergruppen. Diese interdisziplinären Zusammenschlüsse werden über den Freistaat und die Europäische Union finanziert. Eines der Ziele dieser Forschergruppen ist, dass die einzelnen Mitglieder mit ihrer Arbeit promovieren können. Davon abgesehen geht es auch darum, die Forschungen zu einem guten Ende zu führen. Wenn das gelingt, kann vielen Menschen das Leben erleichtert werden. Die fünf Gruppen geben am kommenden Mittwoch einen Einblick in ihre Arbeit. Während des Forschungsforums Mobilität stellen sie sich, ihre Arbeit, aber auch ihre Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft vor.

Sie nehmen nicht nur den kleinen Finger: Unter dem Titel "Mobilität für Querschnittsgelähmte" erforscht ein Team aus den Physikern, Medizinern, Informatiker und Biomedizintechnikern an den Übertragungswegen vom Gehirn an die Muskeln. Ziel ist, Bewegungsmuster zu erstellen und die Menschen mit technischer Unterstützung zu befähigen, allein durch Gedanken wieder ihre Hände und Arme zu bewegen. Dazu erforschen sie zunächst, wie das Gehirn Signale verarbeitet und erstellen dazu eine eigene Analysesoftware.

Sie machen aus Hütten moderne Paläste: Mit dem Thema "Wohnen im Alter" beschäftigt sich Professor Tobias Teich schon seit vielen Jahren. Die Gruppe, in der er aktuell mitarbeitet, führt deswegen die Arbeiten ihrer Vorgänger fort. Sie fragt: Wie lässt sich würdevolles Wohnen nachhaltig und bezahlbar gestalten? An Themen wie Gesundheitsversorgung daheim und Energieeinsparung durch Gebäudesystemtechnik wurde bereits gearbeitet, nun steht die demografische Entwicklung und damit auch drohende Altersarmut im Fokus.

Sie machen Patienten Beine: Das Einsetzen von neuen Hüftgelenken und die Versorgung von Oberschenkelbrüchen gehören zu den häufigsten Eingriffen bei älteren Menschen. Den jungen Forschern geht es darum, ein Implantat zu entwickeln, das mit einem Stoßdämpfer ausgerüstet wird und möglichst verschleißarm ist, sodass die Patienten länger und besser mit ihrem Implantat leben können. Die Gruppe, die unter anderem mit dem Universitätsklinikum Leipzig zusammenarbeitet, arbeitet nicht nur an einer verbesserten Hüpfprothese, sondern auch an einem Implantat, das ins Mark des Oberschenkelknochens eingesetzt werden kann. Neben Maschinenbauern beteiligen sich am Team auch Vertreter der Gesundheits- und Pflegewissenschaften, die zunächst die Qualität der bisher erhältlichen Implantate bewerten.

Sie machen den Arbeitsalltag sicherer: Arbeitsschutz ist das Thema der fünften Gruppe. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie Menschen bei ihrer täglichen Arbeit körperlich und geistig beansprucht werden. Dazu haben sie einen Messanzug entwickelt, der unterschiedliche Daten von seinen Trägern gewinnt - etwa die Atemfrequenz oder die Veränderungen des Herzrhythmus. Ähnliche Systeme gibt es bereits - die Zwickauer Forscher haben es sich zur Aufgabe gemacht, das System so zu verfeinern, dass die gewonnenen Daten medizinisch ausgewertet werden können. So soll es möglich sein, anhand der gewonnenen Erkenntnisse Arbeitsplätze und -abläufe sicherer zu gestalten. Neben dem Messanzug wird auch eine Kappe entwickelt, in die die Technologie einer Datenbrille eingearbeitet ist. Sie kann den Träger mit Informationen versorgen, aber auch dessen Bewegungsräume erfassen.

Das Forum findet am 7. November ab 16 Uhr im Gebäude an der Keplerstraße 2 statt. Anmeldungen dazu sind noch möglich unter prorektor.forschung@fh-zwickau.de.

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