Geldspende bringt Bernsdorfer Gemeinderat in Gewissensnöte

Die Firma Sabowind hat dem Kindergarten in Bernsdorf 3000 Euro für ein neues Spielgerät spendiert. Weil die Kommune den Windpark ablehnt, hat mancher wegen der Geldspritze nun Skrupel.

Bernsdorf.

Ist das Bestechung? Hat sich die Gemeinde kaufen lassen? Auch der Sportverein hat bereits Geld von Windpark-Betreiber Sabowind bekommen. Jetzt legt die Freiberger Firma noch einmal nach 3000 Euro soll der Bernsdorfer Kindergarten erhalten, um damit ein neues Spielgerät zu kaufen.

Sabowind betreibt den Windpark auf dem Areal an der Garnstraße zwischen Bernsdorf und Gersdorf. Derzeit sind drei neue gigantische Windenergieanlagen im Bau. Vor wenigen Wochen fanden sich bei einem Tag der offenen Baustelle rund 900 Besucher auf dem Areal ein. Das öffentliche Interesse ist riesig. Die Sabowind-Geschäftsführung müht sich seit dem Einstieg im Windpark um Akzeptanz in der Bevölkerung. Dazu gehört auch das Sponsoring.

Das brachte jetzt aber mehrere Bernsdorfer Gemeinderäte in Gewissensnöte. CDU-Gemeinderätin Elisabeth Rips-Plath hatte hier nicht nur moralische Bedenken. "Ich habe nichts gegen alternative Energien, im Gegenteil. Aber ich kann keine Spenden annehmen, wenn so viele Einwohner gegen den Windpark sind und sich zum Beispiel von den Geräuschen der Anlagen belästigt fühlen." Frank Hähnel konnte die Bedenken seiner Fraktionskollegin nicht nachvollziehen. "Ich war ein paar Mal im Windpark. Die Anlagen hört man fast gar nicht mehr. Die Technik der Anlagen hat sich enorm weiter entwickelt", sagt er.

Thomas Reinhold kann die Bauchschmerzen dagegen nachvollziehen: "Als es um die Baugenehmigung ging, waren wir dagegen, haben abgelehnt. Mal abgesehen davon, dass das Landratsamt unseren Beschluss ausgehebelt hat." Doch Paragraf 73 der Sächsischen Gemeindeordnung schreibt nun einmal vor, dass der Gemeinderat über die Annahme von Spenden entscheiden muss. Am Ende waren sich die meisten einig: "Lasst uns wenigstens das Gute mitnehmen", brachte es einer auf den Punkt. Drei Gemeinderäte wurde ihre Bedenken aber nicht los. Zwei stimmten dagegen, einer enthielt sich.

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