Hochwasserschutz in weiter Ferne

Vor knapp einem Jahr saßen die Niederlungwitzer mit Vertretern der Landesregierung zusammen. Damals hieß es, dass bald Baurecht besteht. Getan hat sich bislang nichts.

Niederlungwitz.

Stillstand am Lungwitzbach. Noch immer ist nicht klar, wann die geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen am Lungwitzbach im Glauchauer Ortsteil Niederlungwitz, der sogenannte zweite Bauabschnitt, über die Bühne gehen werden. Im Grunde ist man genauso weit wie vor sechs Jahren. Damals war klar geworden, dass es mit dem zweiten Abschnitt länger dauern würde. Weil einige Grundeigentümer nicht mitspielten, wurde ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren notwendig, das normalerweise mit der öffentlichen Auslegung der Pläne beginnt. Danach können sich Betroffene melden, anschließend werden Bedenken abgewogen, bis man irgendwann Baurecht erlangt. Im Fall des Lungwitzbaches sind aber nach sechs Jahren die Pläne noch immer nicht ausgelegt, und wann es so weit sein wird, kann die Landesdirektion Sachsen als zuständige Behörde nicht sagen. Nach den Worten des stellvertretenden Sprechers der Landesdirektion, Gunter Gerick, liegen "für den Start des Planfeststellungsverfahrens noch keine vollständigen Planunterlagen vor". Momentan werden die Nachforderungen der Landesdirektion Sachsen durch die Landestalsperrenverwaltung (LTV) erstellt und eingearbeitet, fügt er hinzu.

Dabei klang vor knapp einem Jahr alles optimistischer. Im Frühjahr 2019 gab es ein Treffen mit Vertretern der Landesdirektion und der LTV. Damals hieß es, dass im Sommer 2019 die Unterlagen vollständig sein würden, die Pläne öffentlich ausgelegt werden können und ein Jahr später Baurecht bestehe. Jetzt sind die Niederlungwitzer eines Besseren belehrt. Nach den Worten von Ortsvorsteher Uwe Wanitschka sind die für das Vorhaben Zuständigen in der Landesdirektion und im Planungsbüro der LTV nun andere Personen. "Es kann aber nicht sein, dass nichts vorwärts geht, bloß weil das Personal wechselt", sagt er. In der Sache gehe es um die Planungen für die Ausgleichsmaßnahmen, die mit den Arbeiten zum Hochwasserschutz einhergehen. "Ich hoffe, dass im Laufe dieses Jahres die Pläne endlich ausgelegt werden können", sagt Wanitschka.

In einem ersten Bauabschnitt sind 2014 Hochwasserschutzmaßnahmen am Lungwitzbach bereits erfolgt. Die Krux: Dieser Abschnitt liegt flussabwärts der zweiten Etappe, um die es jetzt geht. Die Folge: Die Niederlungwitzer wissen nicht, wie sich im Ernstfall das Wasser verhält, bevor es in den sanierten Abschnitt gelangt. Praktische Erfahrungen gibt noch es keine.

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