Linksfraktion: OB soll mit der Bahn fahren

Der Oberbürgermeister von Hohenstein-Ernstthal soll sich als Dienstfahrzeug ein Hybrid- oder ein E-Auto anschaffen - und bei längeren Strecken auf die Schiene umsteigen. Das sieht ein Antrag der Stadtrats-Linken vor.

Hohenstein-Ernstthal.

Oberbürgermeister Lars Kluge (CDU) und Alexander Weiß, der Fraktionschef der Linkspartei, sind keine dicken Freunde - und werden wohl auch keine mehr. Im zurückliegenden Jahr standen sie sich im direkten Duell bei der OB-Wahl gegenüber. Bei den Stadtratssitzungen merkt man oft, dass sich die Beiden nicht ganz grün sind. Jetzt hat Alexander Weiß wieder einen abgeschickt in Richtung Kluge: Der OB soll, vereinfacht ausgedrückt, lieber Bahn fahren statt Auto, fordert Weiß.

Hintergrund ist der anstehende Austausch des Dienstautos des Hohenstein-Ernstthaler Stadtoberhauptes. Bei dem bisherigen Wagen handelt es sich um einen vergleichsweise alten VW Passat, ein Diesel-Fahrzeug Baujahr 2002, das rund 170.000 Kilometer auf dem Buckel hat. Alexander Weiß hat am Montag in einem Gespräch mit der "Freien Presse" angekündigt, dass seine Fraktion zur kommenden Stadtratssitzung am 28. Januar einen Antrag einreichen wird, der sich mit diesem Thema befasst. "Wenn sich der Oberbürgermeister ein neues Dienstfahrzeug anschafft, dann möchten wir, dass der Stadtrat prüft, ob dann ein Hybrid- oder ein E-Auto zweckmäßiger ist", sagt der Linken-Fraktionschef. Er gehe davon aus, dass sich die meisten Dienstfahrten des OB in der näheren Umgebung abspielen, da sei ein E-Auto völlig ausreichend. Ladesäulen in der Stadt gebe es auch genug. Weiß weiter: "Und bei längeren Strecken, die zurückzulegen sind, kann der OB gegebenenfalls ja die Bahn nehmen."

Der Antrag der Stadtrats-Linken liegt noch nicht auf dem Tisch. Über ihn soll auf der Fraktionssitzung am kommenden Dienstag beraten und abgestimmt werden. Für Weiß ist die Abstimmung in der Fraktion Formsache. Im Stadtrat wird es möglicherweise anders aussehen. "Freie Presse" fragte CDU-Fraktionschef Dirk Trinks, was er von dem Linken-Vorstoß hält. "Nichts. Ich bin nicht dafür, den OB an die Kette zu legen. Er weiß selber, was am Besten ist." Längere Strecken mit dem Zug zu fahren - zum Beispiel in eine der Partnerstädte - hält Trinks für zu aufwändig und daher zu uneffektiv.

Oberbürgermeister Kluge selber bleibt entspannt. Er bestätigte, dass der Haushalt für dieses Jahr die Anschaffung eines neuen Dienstfahrzeuges vorsieht. "Eigentlich favorisiere ich einen gebrauchten Golf", sagte er am Montag. "Aber 90 Prozent meiner Dienstfahrten bewegen sich tatsächlich in der Region. Da kann man auch über ein E-Auto nachdenken." Bei längeren Strecken würde er prüfen, ob er mit der Bahn und dem Privat-Pkw fährt.

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