Nordheim schießt im Stadtrat gegen Daetz

Lichtenstein möchte den Stifter Peter Daetz aus dem Kulturzentrum klagen. Das kann dauern. Der Bürgermeister hofft auf eine etwas andere Lösung.

Lichtenstein.

Im Lichtensteiner Daetz-Centrum soll noch diese Woche das große Werkeln beginnen. Bürgermeister Thomas Nordheim (Freie Wähler) hat zur jüngsten Stadtratssitzung noch einmal die Umbaumaßnahmen vorgestellt, die vor allem das Erdgeschoss der Kultureinrichtung betreffen. Fast nebenbei und etwas salopp äußerte Nordheim dabei auch diesen Satz: "Wenn der Herr Daetz etwas von Staub und Lärm hört, wird er sicher freiwillig etwas rausräumen."

Hintergrund der verbalen Spitze ist ein lange schwelender Streit. Weil zu wenige Besucher kommen, hält Lichtenstein das Kulturzentrum seit Jahren mit Zuschüssen am Leben. Durch Klage vor dem Zwickauer Landgericht möchte die Stadt daher erwirken, dass Peter Daetz samt seiner 600 Holzexponate aus dem Gebäude zieht. Da Lichtenstein wegen knapper Kassen vom Landkreis einen Sparkurs verordnet bekommen hat, ist die Bereitschaft noch weiter gesunken, das Zuschussgeschäft am Leben zu erhalten. Peter Daetz auf der anderen Seite denkt nicht daran, auszuziehen, bevor kein Gerichtsurteil vorliegt.

Die nächste Verhandlung in Zwickau findet jedoch erst wieder im Januar statt. Ob es dann ein Urteil geben wird, ist ungewiss. Nordheim hofft nun offenbar, den Prozess zu beschleunigen. Ein frisch ausgebautes Kulturzentrum soll bereits nach der Winterpause wieder seine Pforten eröffnen. Ende Februar/Anfang März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein, sagt Nordheim.

Die Ausbaupläne sehen insbesondere vor, die Cafeteria zu entfernen und so Platz für eine mobile Bühne zu schaffen. Durch den Umbau könnten anderthalbmal so viele Gäste wie bisher im Erdgeschoss Platz finden. "Die maximale Bestuhlung könnte natürlich erst nach dem Entfernen der Großexponate der Daetz Stiftung aus dem Foyer genutzt werden", bemerkt Nordheim. "Es wird sicher schwierig, um die Werke von Herrn Daetz herumzubauen, solange sie noch dort stehen", so CDU-Fraktionsvorsitzende Annett Richter, die weiterhin auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Stifter setzt. Nordheim scheint zu hoffen, dass Daetz seine Ausstellungsstücke freiwillig entfernt, sobald die Bauarbeiten beginnen. Perspektivisch solle auch die Dauerausstellung des Stadtmuseums neu konzipiert und in den Schlosspalaiskomplex verlegt werden, so der Bürgermeister. Dies bedinge jedoch wenigstens eine Teil-Beräumung durch die Daetz-Stiftung, die dort ebenfalls ihre Exponate zu stehen hat.

Holzkunst wird aber auch nach dem Umbau wieder zu sehen sein. Geplant ist eine große Ausstellung mit Werken von Siegfried Otto Hüttengrund. Maßgeblich unterstützt wird die Ausstellung von der Mugler-Stiftung aus Oberlungwitz. Das Konzept beinhaltet auch Workshops, bei denen Interessierte künstlerische Techniken kennenlernen und selber Holz bearbeiten können. Diese praktische Wissensvermittlung ist auch vor dem Hintergrund der Fördermittel wichtig, die einst in das Daetz-Centrum flossen. Denn die gab es nur unter der Bedingung, dass die Einrichtung auch in Sachen Bildung genutzt wird.

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