Preise für Baugrundstücke steigen

1184 Eigenheime wurden in den vergangenen fünf Jahren im Landkreis gebaut. Der Traum von den eigenen vier Wänden lebt. Rund 500 Anfragen gibt es pro Jahr. Das sorgt auch für anziehende Grundstückspreise.

Zwickau/Hohenstein-Ernstthal.

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist ungebrochen. Vor allem junge Paare denken immer häufiger über den Bau eines Eigenheimes nach. Pro Jahr gehen bei den 33 Städten und Gemeinden im Landkreis Zwickau daher insgesamt bis zu 500 Anfragen wegen Baugrundstücken ein. Das ergab eine Umfrage der "Freien Presse" in den Verwaltungen. Zusätzlich wenden sich viele potenzielle Häuslebauer direkt an private Bauträger. Von den Bauämtern der Kommunen und des Landratsamtes wurden seit 2014 insgesamt 1148 Genehmigungen zum Bau von Eigenheimen erteilt. Wie viele Einfamilienhäuser durch Verkauf den Besitzer gewechselt haben, ist nirgendwo statistisch erfasst.

Erschlossenes Bauland ist also heiß begehrt. Dabei sind die Preise für Bauplätze im Kreis Zwickau noch vergleichsweise günstig. Im Durchschnitt zahlen die Käufer rund 55Euro für den Quadratmeter. Der bundesweite Schnitt liegt bei 131. Am günstigsten sind Baugrundstücke in den kleineren Ortschaften zu bekommen. Besonders im südlichen Landkreis ist da das eine oder andere Schnäppchen drin. Auch in Werdau sind noch Preise um die 25Euro erzielbar.

Am meisten müssen Kaufinteressenten dagegen im Zwickauer Stadtteil Weißenborn hinblättern. Dort sind Quadratmeterpreise bis zu 140Euro fällig. Aber auch in Zwickaus Nachbarorten Wilkau-Haßlau und Reinsdorf liegen die Preise zwischen 45 und 90 Euro teilweise deutlich über dem Durchschnitt. Günstiger ist Bauland da schon in Waldenburg. Besonders in den sehrländlichen Ortsteilen Franken und Schwaben werden gelegentlich noch Quadratmeterpreise um die 12Euro aufgerufen.

Mit dem zunehmenden Interesse am eigenen Heim steigen auch die Kosten für den dafür notwendigen Grund und Boden. "In den letzten Jahren ist eine deutliche Aufwärtstendenz bei den Preisen festzustellen", sagte die Pressesprecherin des Landratsamtes, Ilona Schilk, unter Berufung auf den Gutachterausschuss, der die Bodenrichtwerte berechnet. Tatsächlich zeigt die Bodenrichtwerttabelle mit dem Pfeil nach oben. Um bis zu 25 Prozent haben die Preise seit 2013 zumindest in den Städten zugelegt. "Aufgrund der konjunkturellen Lage und des niedrigen Zinsniveaus wird auch weiterhin mit einem Anstieg gerechnet", sagte Schilk. Zugleich sei aber ein Trend zu größeren Baugrundstücken zu beobachten. Für die Bewertung der Grundstücke ist vor allem deren Lage maßgebend. Eine Rolle spielen dabei die Nähe zu Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten sowie zu Ärzten und die Anbindung an Autobahnen und Bundesstraßen. In die Bewertung fließt aber auch das Angebot an (gut bezahlten) Arbeitsplätzen ein.

Inzwischen werden die Bauplätze im Landkreis Zwickau jedoch knapp. Große Wohngebiete können heute kaum noch neu erschlossen werden. In Callenberg, Hirschfeld und Langenweißbach stehen für den Eigenheimbau nur noch Flächen in Mischgebieten zur Verfügung. Auch der Bürgermeister von Wildenfels, Tino Kögler, verweist bei Interesse inzwischen auf Baulücken im Stadtgebiet.

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