Stadt sagt Springkraut den Kampf an

Meerane will Erlen und Weidenstecklinge an einem Bachlauf pflanzen. Sollte das Projekt aufgehen, sollen alle Gewässer im Stadtgebiet davon profitieren.

Meerane.

Sabine Schumann hatte es während der öffentlichen Sitzung des Technischen Ausschusses in Meerane so formuliert: "Das Springkraut wächst wahnsinnig schnell und ist schwer zu bekämpfen." Die Mitarbeiterin des Sachgebietes Umwelt der Stadtverwaltung konnte aber etwas beruhigen. "Es gibt eine neue Möglichkeit, den Springkrautbewuchs vor allem Seiferitzbach einzudämmen", sagte die Rathausmitarbeiterin weiter.

Die Pflanze mit den zartrosa Blüten sei zwar schön anzusehen, aber ein großer Störenfried. Der Grund: Das Springkraut verdrängt heimische Pflanzen. Experten sprechen von einer invasiven Pflanze. So werden Arten bezeichnet, die eine "unerwünschte Auswirkung auf andere Arten oder Biotope" haben. Damit nicht genug: Nach Darstellung von Schumann bleibt bei einem Hochwasser in den Gewässern das Treibgut im starken Bewuchs des Springkrauts hängen.

Schumann, die sich auch schon für neue Wege bei der Teichsanierung stark gemacht hatte, sprach bei der Springkrautbekämpfung jedoch von einem Pilotprojekt. Das soll noch in diesem Jahr am Seiferitzbach nahe dem Parkplatz zum Erlengrund gestartet werden. Dafür werden zunächst durchschnittlich vier Zentimeter dicke Auswüchse von Weiden benötigt, die in den Böschungsbereich des Seiferitzbachs eingebracht werden. Sie sorgen später für reichlich Schatten, denn das Springkraut braucht viel Sonne, um zu wachsen. Um wiederum das Wachstum der Weiden zu verlangsamen, die ebenso gern in der Sonne stehen, sollen oberhalb des Bachverlaufs Erlen gepflanzt werden, die ebenfalls Schatten werfen. Laut Schumann hat die Stadtverwaltung bereits 100 Erlen bestellt.

"Sollten die Erlen wie vereinbart geliefert werden, können wir in wenigen Wochen mit dem Pflanzen der Erlen beginnen", sagte Schumann. "Wir werden dann im nächsten Jahr sehen, ob der Effekt eintritt." In Dresden-Gorbitz sei ein ähnliches Projekt in mehreren Bereichen des dortigen Weidigtbachs erfolgreich umgesetzt worden, das sich die Fachfrau während einer Weiterbildung persönlich anschauen durfte. Daher ist sie optimistisch, dass das Springkraut auch in Meerane verringert werden kann. "Sollte unser Vorhaben aufgehen, werden wir dieses Verfahren auf all jene Gewässer in der Kommune übertragen, in denen das Springkraut nicht mehr zu bremsen ist", sagt die Rathausmitarbeiterin.

Auch Rathauschef Lothar Ungerer (parteilos) steht hinter dem Projekt. Denn letztlich werde der Bauhof, der alle zwei Jahre das Springkraut abtransportiert, entlastet.

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