Warum in Crimmitschau im Frühjahr so viele Bärte sprießen

Viele Männer, die sich für Eishockey begeistern, lassen den Rasierer vorübergehend im Schrank. Die Idee, die aus Nordamerika stammt, hat sich auch hier zu einer Tradition entwickelt.

Crimmitschau.

Für die Eispiraten Crimmitschau haben in der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL 2) die Play-offs und damit die schönste Zeit der Eishockey-Saison begonnen. Das wird auch äußerlich sichtbar: Bei Fans, Profis und Verantwortlichen sprießen die Bärte. Die Aktion wurde in den 1980er-Jahren von einem Profi-Team aus New York - möglicherweise aufgrund des dicht gedrängten Spielplans und der fehlenden Zeit für die Körperpflege - eingeführt. Die Play-off-Bärte haben sich zu einer Tradition entwickelt und symbolisieren den Zusammenhalt von Fans und Mannschaft. "Freie Presse" hat sich im Kunsteisstadion im Sahnpark umgeschaut. Der Fan: Christoph Jahn (27) aus Mylau hat schon seit September 2018 nicht mehr zum Rasierer gegriffen. Dadurch zieht er - sieben Monate später - die Blicke von vielen Eishockey-Fans auf sich. "Das ist wenigstens ein richtiger Play-off-Bart", sagt Christoph Jahn, der seit sieben Jahren den Puckjägern aus Crimmitschau die Daumen drückt und mit dem Outfit auch seine Freundin Any Jo Förster begeistert. "Das sieht toll aus", lautet ihr Kommentar. Der Bart von Christoph Jahn soll auch nach der Eishockey-Saison weiter wachsen. "Mindestens bis zum Wacken-Festival", sagt der Vogtländer. Der Profi: Kapitän André Schietzold (32) aus Crimmitschau gehört generell zur Fraktion der Bartträger. "Ansonsten würde ich wie ein 18-Jähriger aussehen", sagt der Eispiraten-Verteidiger. Seit dem Einzug in die Endrunde lässt er die Haarpracht wachsen. Freundin Clara Riemer und die beiden Töchter stört es zu Hause nicht. "Sie haben sich zumindest nicht beschwert", sagt Schietzold. Er berichtet, dass sich alle Akteure aus dem Team beteiligen. "Das fällt nur bei einigen jüngeren Leutengarnichtauf." Der Fotograf: Tommy Valdivia Castro (31) hält die Auftritte der Eispiraten Crimmitschau mit seiner Kamera fest. Normalerweise rasiert sich der gebürtige Meeraner einmal in der Woche. Darauf wird seit Januar verzichtet. "Weil ich ein positiv eingestellter Typ bin und fest mit dem Einzug in die Play-offs gerechnet habe", sagt Tommy Valdivia Castro. Nach dem letzten Eispiraten-Spiel der Saison soll der Bart abkommen. "Hoffentlich ist das erst Ende April der Fall", sagt er. Freundin Linda und die Kollegen in der Firma hätten sich an den aktuellen Anblick gewöhnt. "Es gab nur positive Reaktionen." Der Geschäftsführer: Jörg Buschmann (36) aus dem Crimmitschauer Ortsteil Rudelswalde hat den Mitarbeitern in der Eispiraten-Geschäftsstelle in diesen Tagen verboten, zum Rasierer zu greifen. "So eine Aktion stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl - in der Mannschaft und im Büro", sagt Jörg Buschmann, dem mit den Eispiraten nun schon zum dritten Mal in den letzten vier Jahren der Abstiegskampf erspart bleibt. Seine Freundin Diana Funke habe sich an die Tradition gewöhnt, dass in den Play-offs der Bart etwas länger wird. "Ich bin mit Bart in den Play-offs garantiert auch besser gelaunt als ohne Bart - und dafür total angespannt - im Abstiegskampf", sagt er.

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