Wieder ein Haus weniger

Hohenstein-Ernstthals Bevölkerung schrumpft pro Jahr um ein Prozent. Das merkt auch die Wohnungsgesellschaft der Stadt. In der Heckert-Siedlung wird abgerissen.

Hohenstein-Ernstthal.

Vom Wohnblock Nummer 20/22 ist nur noch die Hälfte da: Entkernt und ohne Dämmschicht an der Außenwand. Den Wärmeschutz hat der Bagger schon vor drei Wochen von der Fassade gerissen. Jetzt bricht die riesige Maschine eine Betonplatte nach der anderen aus dem 1963 errichteten Wohnblock an der Goethestraße in Hohenstein-Ernstthal.

Die städtische Wohnungsgesellschaft Hohenstein-Ernstthal (WG Hot) lässt hier einen Bau im Heckert-Gebiet abreißen. Vier Geschosse mit insgesamt 27 Wohnungen müssen weichen, weil die WG Hot immer weniger Mieter habe, sagt Geschäftsführer Arndt Pahling. Die ganze Stadt verliere "aus demografischen Gründen" in jedem Jahr ein Prozent seiner Einwohner. Das mache sich auch bei der Wohnungsgesellschaft bemerkbar. Inzwischen stünde jede Zehnte der insgesamt 1332 Wohnungen der WG Hot leer.

Den Mieter von sieben belegten Wohneinheiten aus dem Heckert-Wohnblock 20/22 habe die Wohnungsgesellschaft Umzüge in die umliegenden Häuser organisiert - schon seit Frühjahr stand das Haus leer. Jetzt soll die Baufirma Ebersbach aus Oelsnitz den Rückbau in den nächsten 14 Tagen abschließen. "Nächsten Montag wird hier von dem Bau nur noch ein Haufen Schutt übrig sein", sagt der Polier und Baggerfahrer Dominik Voigt. Mit seinen drei Kollegen muss der 25-Jährige dann nur noch die Baureste sortieren: Estrich, Holz, Dämmwolle, Dachziegeln, Styropor und Metall voneinander trennen. Dann wird noch die Heizleitung verlegt.

In der Ringstraße sind bereits WG Hot-Blöcke von sechs auf drei Geschosse verkleinert worden. In der Südstraße musste ein halber Block weichen. Dafür wie auch für den laufenden Abriss in der Heckert-Siedlung fließen Fördergelder des Landes Sachsen. Weitere Abrisse seien aber nicht geplant, so Arndt Pahling weiter. Im kommenden Jahr soll auf dem Gelände des abgerissenen Gebäudes im Hecker-Gebiet ein Parkplatz für etwa 25 Fahrzeuge entstehen - er soll noch 2017 fertig werden. "Gedacht ist der für unsere Mieter", sagt Geschäftsführer Arndt Pahling.

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