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An dem früheren Kultursaal wird noch gebaut. Hier entstehen Lehrräume und eine Kantine - in letzterer wird schon gekocht.

Foto: Georg Ulrich DostmannBild 1 / 3

In Schneeberg lernen bald 825 Polizeischüler

Seit Mai 2015 wird in der Bergstadt an Sachsens größter Polizeischule gebaut. Gestern ist symbolisch der Schlüssel übergeben worden - mitten im Baugeschehen.

Von Jürgen Freitag
erschienen am 12.09.2017

Schneeberg. Als ein Danke an die Stadt: So hat Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) gestern die neue Polizeifachschule auf dem Gelände der alten Kaserne in Schneeberg bezeichnet. Nachdem der Freistaat auf dem Areal in Spitzenzeiten mehr als 1000 Flüchtlinge einquartiert hatte, habe man etwas an die Stadt zurückgeben wollen.

Bei einem Besuch Ulbigs gestern in Schneeberg war der Polizei symbolisch der Schlüssel für die neue Bildungseinrichtung überreicht worden - und das mitten im Baugeschehen. Zwar ist ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen, doch vollendet ist die Schule noch lange nicht. Laut dem Bauherren, dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), ist es erst im Mai 2018 damit zu rechnen. Derzeit wird etwa noch an den Lehrräumen im alten Kultursaal der Kaserne gearbeitet.

Auf Nachfrage erklärte eine Sprecherin des SIB, dass der Übergabe-Termin mitten im Wahlkampf "keine politischen Gründe" habe. Man wolle in der Endphase der Bauarbeiten unter anderem die Baufirmen motivieren, hieß es. Gestartet war das Großprojekt im Mai 2015. Im Tauziehen mit anderen Kommunen um den Standort für eine neue Polizeischule in Sachsen hatte sich Schneeberg nur einen Monat zuvor überraschend durchgesetzt.

Derzeit lernen an der Einrichtung bereits 380 Polizeianwärter, die von 96 Mitarbeitern betreut werden, Tendenz steigend. Schon am 1. November erwartet die Bereitschaftspolizei 100 weitere Schüler, bis 2020 sollen es dann insgesamt 825 Polizeianwärter sein. Die Schneeberger Einrichtung ist nach Ausbildungskapazität bereits jetzt die größte Polizeischule in Sachsen.

Zum ersten Mal nannte das SIB gestern auch offizielle Zahlen zu den geplanten Kosten für die Polizeifachschule. So sollen bis zum Jahr 2018 rund 28Millionen Euro in das Areal fließen. Mit Stand heute sind 19 Millionen Euro verbaut worden. Dafür wurden die Turnhalle und das Schwimmbad saniert, das ehemalige Stabsgebäude zum zentralen Schulungszentrum umgebaut, eine moderne Schießanlage aufgebaut sowie das Fernwärmenetz erneuert.

Heike Krenkel, die Leiterin der zuständigen SIB-Niederlassung Zwickau, sprach von einem rasanten Tempo, mit dem in den vergangenen Jahren gebaut worden sei. Projekte dieser Größenordnung würden im Schnitt sieben Jahre und länger dauern. "Was wir geleistet haben, erscheint aus heutiger Sicht fast unmöglich." Ab 2016 seien 15Baumaßnahmen parallel gelaufen, 100 Firmen hätten zum Teil gleichzeitig gearbeitet. Einziger Wermutstropfen: Die bereits sanierte Schwimmhalle muss wohl erneut saniert werden. Das Becken sei nicht dicht, sagte Krenkel gestern.

Auch Innenminister Ulbig lobte das Bauprojekt. Die neue Schule ermögliche es, in Zukunft mehr Polizisten auszubilden. "Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren verändert", sagte er. Man spüre heute eine Rohheit. Fragen nach den Kosten für das Projekt und ob der Verkauf und Kauf der alten Kaserne von einem Privatmann für eine Millionensumme glücklich gewesen seien, konterte Ulbig: Die Entwicklung, dass mehr Polizei nötig sei, sei vor zehn Jahren noch nicht absehbar gewesen. Im Nachhinein klug daherzureden, sei natürlich einfach.

 
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