Bergstädter trauern um Frank Teller

In der Familie und deren Firma, in Vereinen und im Heimatort reißt sein Tod eine große Lücke. Aber die Erinnerung - auch an den Heimatforscher und Denkmalpfleger - lebt weiter.

Johanngeorgenstadt.

Familienangehörige, Freunde und Wegbegleiter haben gestern in der Stadtkirche zu Johanngeorgenstadt und danach auf dem Friedhof Frank Teller die letzte Ehre erwiesen. Der in ganz Sachsen bekannte Heimatforscher und Denkmalpfleger war am 4. Dezember nach kurzer Krankheit im Alter von nur 51 Jahren gestorben.

Mit seinem jüngeren Bruder Harald hatte Frank an das Lebenswerk seines Vaters angeknüpft. Christian Teller, 2008 gestorbener Ehrenbürger von Johanngeorgenstadt, war in vielen Bereichen jahrzehntelang für seinen Heimatort aktiv, machte sich unter anderem als Natur- und Denkmalschützer, als Bewahrer und Erforscher erzgebirgischer und bergmännischer Traditionen einen Namen. Das zeichnete einen Teil des Lebensweges für Frank vor. Geboren am 9. November 1965 in Erlabrunn, wuchs er in Johanngeorgenstadt auf, besuchte hier die Schule und absolvierte später eine Berufsausbildung zum Werkzeugmacher mit Abitur. Nach dem Informatik-Studium in Karl-Marx-Stadt/Chemnitz arbeitete der Diplom-Ingenieur in der Tischler GmbH seiner Heimatstadt, bis er 2002 in die Verwaltung des Tellerschen Familienbetriebes, eines Autohauses mit Werkstatt, einstieg.

Die Liebe zur Heimatgeschichte war ihm als Spross einer alteingesessenen Familie, auf die der Schwibbogen als Wahrzeichen der Bergstadt zurückgeht, in die Wiege gelegt. So verwunderte es nicht, dass er sich schon als junger Mann intensiv mit dem Schicksal seiner Heimatstadt und ihrer Bewohner beschäftigte. Er las alles Erreichbare zum Thema, sammelte Informationen, Fotos und Dokumente, sprach mit unzähligen Leuten, knüpfte Kontakte, studierte Akten. Sein fundiertes Wissen floss in Vorträge ein. Nachlesbar ist es unter anderem in zwei grundlegenden Werken, die selbst berühmten früheren Chronisten zur Ehre gereicht hätten: "Bergbau und Bergstadt Johanngeorgenstadt" erschien 2001, acht Jahre später "Umbruch, Aufbruch, Abbruch - Johanngeorgenstadt 1945-1961", ein Buch, für das er einen sächsischen Landespreis für Heimatforschung bekam. Kleinere Publikationen zur Lokal- und Regionalgeschichte, wie Broschüren und auch Beiträge in der "Freien Presse", tragen ebenfalls seinen Namen.

Untrennbar verknüpft bleibt das Wirken von Frank Teller, dem die Stadt Johanngeorgenstadt 2010 ihren Ehrenpreis verlieh, mit dem Wiederaufbau eines Pferdegöpels in Johanngeorgenstadt. Dass der von ihm initiierte und geleitete Förderverein als Betreiber kontinuierlich weiter arbeitet, wäre in seinem Sinn, ebenso das ehrenamtliche Wirken von Knappschaft, Erzgebirgszweigverein und weiteren Vereinen zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger.

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