Zwei Schüler haben das Riesending von Lößnitz gedreht

Ein halbes Dutzend Kerle im Einsatz? Eine Drohne in der Luft? Ein Fernbeobachter im Neubaugebiet? Wie der Riesenpenis wirklich entstanden ist.

Lößnitz.

Während alle rätselten, wie die das wohl hingekriegt haben, saßen die Peniskünstler von Lößnitz über ihren Hausaufgaben und lachten sich ins Fäustchen. "Wir haben natürlich verfolgt, wie die Fotos durchs Internet gingen und Zeitungen und das Fernsehen berichtet haben, und wir haben abgefeiert, wie alles gekommen ist", sagt Ben Hofmann (14). Die "Freie Presse" machte ihn gestern an der Oberschule Lößnitz ausfindig. Ben gab zu: "Ja, ich war's." Gedreht hat er das Riesending gemeinsam mit einem Freund (18), der inkognito bleiben möchte.

Auch der zweite Riesenpenis, der erst am Donnerstag von der Kameradrohne unseres Fotografen Georg Dostmann entdeckt wurde, stammt von den beiden. "Das war unser erster Versuch. Der ist weniger gelungen", sagt Ben. Vor zwei Wochen hatten sich die Jungen auf einem Feld nahe der Waldsiedlung eine Sprungschanze aus Schnee gebaut. "Dann hatten wir das erst mal satt. Mein Kumpel meinte: Lass uns einen Penis machen!" Mit ihren Schneeschippen, die sie schon beim Schanzenbau eingesetzt hatten, schaufelten sie los. Sie fuhren auf die Gegenseite an den Stadtschreiberweg, um ihr Werk zu begutachten - doch da war überhaupt nichts zu sehen. "Also sind wir zurück und haben auf einer anderen Wiese noch mal von vorn angefangen", berichtet Ben.

Diese andere Wiese war perfekt gewählt: Halb Lößnitz hat sie im Blick. Außerdem liegt sie die meiste Zeit über im Schatten, sodass das geni(t)ale Kunstwerk unter der Sonne nicht schlapp gemacht hat. Zwei Wochen Frost und null Neuschnee waren ebenfalls hilfreich. "Wir hatten echt Glück", sagt Ben. Das Glück der Tüchtigen, denn den 50 Meter langen Penis zu schaufeln, war harte Arbeit: "Erst haben wir alles mit Schritten abgemessen. 20 Schritte breit, 60 Schritte lang. Dann haben wir die Form in den Schnee getrampelt und danach das Getrampelte weggeschippt." So einfach? Ben nickt. Eine Stunde habe es gedauert.

Sein Vater Denis (43) findet das Kunstwerk klasse. "Wir haben zuhause darüber gelacht. Besser, als wenn sie irgendwas Schlimmes anstellen. Wir sind froh, dass dieser Jungenstreich so lustig rüberkommt und die Leute es so locker sehen." Mit Peniswitzen hat er kein Problem. "Sehen Sie sich meinen Vornamen an. Was glauben Sie, welchen Spitznamen ich früher hatte?"

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