Schützenhaus-Areal wieder im Angebot

Die Stadt Auerbach nimmt erneut Anlauf, um die Fläche an der Göltzschtalstraße zu verkaufen. Diesmal soll der Preis allein entscheiden.

Auerbach.

Was im vergangenen Jahr mit einer lokalpolitischen Blamage endete, ist nun neu aufgegleist: der Verkauf des Schützenhaus-Areals an der Göltzschtalstraße in Auerbach. Noch bis 21. Juni, 24 Uhr nimmt die Stadtverwaltung Kaufpreisgebote entgegen. "In diesem Fall ist der Preis alleiniges Kriterium", heißt es auf der städtischen Homepage unter der Rubrik Wirtschaft und Wohnen/Wohnungsbaugebiete. Das Mindestgebot schreibt die Kommune bei 104.000 Euro fest.

Die 3000 Quadratmeter große Fläche, auf der bis zum Herbst 2016 das traditionsreiche Schützenhaus stand, war bereits Anfang 2017 ausgeschrieben worden. Damals noch unter der Maßgabe, dass nebst einem Preisgebot auch ein Konzept einzureichen war. Bei dem darauf folgenden Gerangel setzte am Ende das Landgericht Zwickau den Schlusspunkt, in dem es auf Antrag des unterlegenen Bieters den Verkauf an die Arbeiterwohlfahrt Auerbach unterband.

Nebst der Awo hatte sich die Diakonie Auerbach um die Fläche beworben. Der erste Sozialbetrieb warb mit betreutem Wohnen, der zweite mit einem Restaurant als Integrationsunternehmen. Um Konzepte schien es beim darauf folgenden undurchsichtigen Auswahlverfahren jedoch nicht zu gehen, vielmehr gab es Gerangel um die Höhe der Gebote und die Frage, ob diese nachgebessert werden dürfen. Es schien von vornherein klar zu sein, dass die Awo den Zuschlag erhält.

Zweimal hatte der Auerbacher Stadtrat demzufolge den Beschluss gefasst, dass die Schützenhaus-Fläche an den Favoriten der Stadtverwaltung verkauft werden soll - einmal davon nichtöffentlich. Beim ersten Mal machte die Kommunalaufsicht die Stadt auf diese Ungereimtheiten aufmerksam, beim zweiten Mal attestierte das Landgericht Zwickau OB Manfred Deckert (parteilos) Intransparenz und Willkür. Daraufhin musste der Stadtrat auch den zweiten Beschluss wieder aufheben. Seitdem war es still gewordne um die Verkaufspläne - zumindest öffentlich und bis jetzt.

"Diesmal soll alles transparenter werden", erklärt Bauamtsleiter Patrick Zschiesche auf Anfrage. Die Ausschreibung laufe seit Ende Mai und soll in einem zweistufigen Verfahren zum Ergebnis führen. Liegen mehrere Gebote vor, erhalten alle Beteiligten die Möglichkeit, nachzubessern. Die Offenlegung der endgültigen Zahlen solle dann im Beisein aller Bieter stattfinden, so Zschiesche. Er unterstreicht, dass allein der Preis diesmal entscheidend sei. Dennoch behält sich die Verwaltung in ihrem Ausschreibungstext vor, dass sie entscheidet, "ob, wann, an wen und zu welchen Bedingungen verkauft wird".

Zudem verzichtet die Stadtverwaltung darauf, ein Anliegen umzusetzen, dass nach dem Scheitern 2017 aus den Reihen der Linken-Stadtratsfraktion kam: unter Einbezug der Fläche der inzwischen abgerissenen ehemaligen Poliklinik und des benachbarten Kinos ein Gesamtkonzept zu erarbeiten.

Bleibt abzuwarten, wer dieses Mal im Rennen ist. "Wir sind dabei", sagt Awo-Chefin Katrin Schmidt. Bei der Diakonie will man sich öffentlich noch nicht positionieren.

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