König-Albert-Kartoffel erlebt Taufe mit Prinzessin in Rotschau

Großer Bahnhof in Gündels Kulturstall: Dort kam gestern die Haussorte für das Vier-Sterne-Superior-Hotel "König Albert" Bad Elster in die Erde. Für die neue Kartoffelsorte stand ein Zufall Pate.

Rotschau.

Ein König, eine Prinzessin und eine Kartoffel haben gestern im Reichenbacher Ortsteil Rotschau für einen wahren Medienansturm gesorgt. In Gündels Kulturstall taufte die Vogtländische Kartoffelprinzessin Selina Kohl eine bislang namenlose Sorte auf den Namen "König Albert". Mit dieser Haussorte will das Vier-Sterne-Superior-Hotel "König Albert" Bad Elster die Anbautradition im Vogtland unterstützen und für seine Gäste künftig kulinarische Genüsse zaubern.

Landwirt Ulrich Gündel, der in Rotschau rund 130 seltene Kartoffelsorten anbaut, erklärte zu dieser Namensgebung der besonderen Art: "Die neue Sorte ist 2010 am Hof von Gündels Kulturstall entstanden. Es ist eine Kreuzung der alten englischen Sorte Red Cardinal mit der Vogtländischen Blauen." Dabei kam den passionierten Kartoffelfreunden der Zufall in Form vom Fremdbestäubung zu Hilfe. "Die neue Sorte ist spontan auf dem Feld entstanden. So etwas passiert schon mal, wenn auch selten", erklärte Kartoffelzüchterin Edda Tomat.

Die König-Albert-Kartoffel ist eine länglich-ovale Knolle mit einer dunkelroten rauen Schale, gelbem Fruchtfleisch mit roten Farbeinschlüssen in der Mitte. Das König-Albert-Hotel aus dem Kurort Bad Elster fand Gefallen an dieser neuen Sorte. "Es ist einmalig, vielleicht sogar weltweit, dass ein Hotel seine eigene Kartoffel hat", stand Direktor Marc Cantauw der Stolz ins Gesicht geschrieben. Er verwies auf die um 1650 begonnene Tradition des Kartoffelanbaues im Vogtland. Allerdings sei der Verzehr von Kartoffeln in Deutschland rückläufig: 2015 wurden 58 Kilogramm pro Kopf gegessen. Das bedeutete Rang 10 in der Welt.

Mit der Pferdekutsche von Hartmut Pfeiffer aus Rotschau gelangten die Kartoffelprinzessin und die Knollen dann auf das benachbarte Feld. Hier fand die eigentliche Taufe statt, die Selina I. vornahm. "Es gibt keinen schöneren Zeitpunkt dafür als das Frühjahr", befand Ulrich Gündel. Sechs Taufpaten traten sofort danach an, die ersten Knollen in die Erde zu bringen. Neben der Vertreten des Hotels und des Kulturstalls stach dabei besonders Ulrich Wenzel, Vorsitzender des Vereins Vogtländischer Knollenring, mit seinem gelben Kartoffelhut hervor. Selina I. wünschte der königlichen Knolle, dass sie gut im fruchtbaren Boden wächst und eine reiche Ernte beschert. Während die Knollen mit der Gießkanne bewässert wurden, befeuchteten die Taufparten ihre Kehlen mit Kartoffelschnaps.

Laut Ulrich Gündel sollen auf etwa zehn Ar, das sind 1000 Quadratmeter, König-Albert-Kartoffeln angebaut werden. Sie gehen exklusiv an das König-Albert-Hotel und werden in keiner anderen Gaststätte in Sachsen serviert. Aber Privatleute können die neue Sorte via Online-Bestellung kaufen, so der Landwirt.

Die König-Albert-Kartoffel reift spät. Sie sei würzig, fest- bis mehligkochend. Hoteldirektor Marc Cantauw freut sich schon jetzt auf die Ernte im Herbst und die leckeren Kartoffelrezepte seines Chefkochs Josef Kloiber. Der Österreicher ließ gestern wissen: "Sie sind prima für Chips geeignet. Aber auch Ravioli, Schupfnudeln und etwas Süßes habe ich schon damit probiert." Das dürfte zum Jahresausklang ein interessanter Gaumenkitzel werden.

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