Das coolste Museum der Region

In Langenchursdorf wird es Winter. Die Latten sind gewachst, die Anlaufspur ist gezogen. Heute schaltet die Schanzen-Ampel in der liebevoll gestalteten Schau auf Grün.

Langenchursdorf.

Danny Neukirch zischt unerschrocken über den Schanzentisch, legt eine sichere Telemarklandung hin und schlittert über den Auslauf der Pionierflugschanze im Hellmannsgrund. "Damals war ich gerade mal elf Jahre alt", kommentiert der heute 36-Jährige Ex-Nordisch-Kombinierer von Traktor Langenchursdorf die Szene. Für den Dreh zum Videofilm "Der letzte Sprung auf der Pionierflugschanze" (1991) hatten damals auch Marcel Erbse aus Oberwinkel und Steffen Brendel, Sohn des langjährigen Trainers Manfred Brendel, noch mal die Sprunglatten angeschnallt.

Heute flimmert der Streifen über einen Monitor am nachgebauten Trainerturm in der Alten Schule in Langenchursdorf. Dort eröffnet der Verein Pionierflugschanze Langenchursdorf das im wahrsten Sinne coolste Museum der Region. Es geht um Wintersport. Mit dem Bau der Pionierflugschanze im Hellmannsgrund im Jahr 1973 hatte dort die Talenteschmiede der Nordisch-Kombinierer der DDR eine rasante Entwicklung genommen, die allerdings mit der Wende endete. Die Schanze verfiel. Mit dem Bau des Museums erfüllten sich die ehemaligen Aktiven um Danny Neukirch und Mario Reimann einen Traum. Der nachgebaute Schanzenkopf und die Aufsprungzone sowie wiederverwendete Utensilien vom Originalschauplatz sollen die Besucher begeistern. Mit Witz und Originaltreue haben die Macher ihre Idee umgesetzt. In versteckten Nischen und Ecken überrascht das Mini-Museum mit Details zu diesem speziellen Sport: Wimpel, Medaillen, Pokale, Utensilien zum Wachsen der Ski, historische Fotos, Wimpel, Helme, Sprungstiefel und -anzüge von damals bis hin zur Ausrüstung von Prominenz wie zum Beispiel Ulf Findeisen. Wer es wissen will, dem zeigt Neukirch auch die original Tabelle des Trainers, mit der er für jeden Springer individuell die geeignete Skilänge und Skispannung ermitteln konnte.

Sogar alte Akten mit der Kostenaufstellung für den Bau der Skihütte im Hellmannsgrund haben die Macher ausgegraben. Und Kinder werden ebenso ihren Spaß im Museum haben. Für sie wurde die alte Ampel wieder funktionsfähig gemacht. Sie signalisiert den Springern per Knopfdruck Grün. Danach hieß es damals: Springer läuft. "Wir haben noch nicht alles komplett fertig. Aber ich bin sicher, dass sich unser kleines Museum schon sehen lassen kann", sagt Danny Neukirch und hofft auf viele Besucher.

Das Museum in der Alten Schule, Schulstraße 18 in Langenchursdorf, öffnet heute und am Montag jeweils von 14 bis 19 Uhr. Danach nach Vereinbarung.

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