Jugendliche kritisieren Piwarz-Besuch in Glauchau

Der Kultusminister ist heute in der Internationalen Grundschule und unterhält sich mit Schülervertretern. Allerdings nur aus der eigenen Partei, kritisiert der Jugendbeirat.

Glauchau.

Lehrerstellen, Gehälter, Schülerzahlen, Bildungsgleichheit - wenn Christian Piwarz (CDU) in Sachsens Schulen fährt, mangelt es nicht an Gesprächsstoff. Heute ist er am frühen Nachmittag in der Internationalen Grundschule in Glauchau, wo er sich über das Bildungskonzept der privaten Einrichtung informieren will. Im Anschluss daran ist auch ein Gespräch mit der Schüler Union vorgesehen, die Schülerorganisation der CDU.

Eben das stößt beim Glauchauer Jugendbeirat auf Unmut. "Während Mitglieder der Schüler Union Zwickau ins Gespräch mit dem sächsischen Kultusminister kommen, bleiben andere Schüler mit ihren Fragen und Sorgen vor verschlossener Tür", teilte der Jugendbeirat mit. Der Vorwurf: Die Schüler Union werde bevorzugt. "Nicht fair", findet Felix Beyer, Vorsitzender des Jugendbeirates dieses Vorgehen. Der Minister wolle offenbar nur mit den eigenen Reihen reden. "Auch wir haben viele Fragen, wie es mit der Bildungspolitik in Sachsen weitergehen soll", so Beyer. "Leider können wir uns nicht direkt an unseren Kultusminister wenden." Dieses Privileg habe nur die Schüler Union. "Neutralität sieht anders aus."

Der Beirat veröffentlichte seine Kritik gestern Vormittag. Eine Reaktion darauf kam allerdings prompt auf Facebook von der hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Ines Springer. "Kultusminister Piwarz nimmt den Termin auf Einladung der Schüler Union Zwickau wahr", schrieb sie. "Der Jugendbeirat hätte mit einer Einladung über mein Büro nur aktiv werden müssen."

Die Einladung der Schüler Union wurde in den ersten Januartagen an Christian Piwarz übergeben, sagte Springer. "Dass sich der Minister im Anschluss an den Wahlkreistermin noch für die Jugendorganisation unserer Partei etwas Zeit nimmt, ist aus meiner Sicht nicht zu kritisieren, sondern zu loben." Zudem sei der Jugendbeirat erst Ende April im Landtag gewesen. Da hätte man bereits um eine Unterhaltung bitten können. "Trotz ausführlicher Vorbereitung dieses Besuches wurde ein Gesprächswunsch mit dem Minister nie geäußert", so Springer.

Diese Darstellung bestätigte die Pressestelle des Kultusministeriums. "Eine Anfrage des Jugendbeirates Glauchau für ein Gespräch mit dem Kultusminister ist bei uns nicht gestellt worden", heißt es aus Dresden. Der Beirat könne sich aber jederzeit an das Ministerium wenden und einen Gesprächstermin mit Kultusminister Christian Piwarz anfragen. Zumindest einen von Schülersprechern verfasster Brief an Piwarz will der Jugendbeirat in den kommenden Tagen abschicken, mit konkreten Fragen und Forderungen, wie es heißt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...