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Strömung wird zur Herausforderung

Wasser ist ein nicht zu unterschätzendes Element. Das mussten jetzt auch die Fließwasserretter bei einer Übung anerkennen.

Von Cornelia Kunze
erschienen am 27.11.2017

Glauchau. Bei strömendem Regen und kühlen Temperaturen geht keiner gern vor die Tür. Und doch gab es am Sonnabend ein paar Frauen und Männer, die das freiwillig taten. Lutz Herrmann und sein Team von der Glauchauer Wasserwacht haben sich genau diesen Tag ausgewählt, um sowohl in der Flutrinne als auch in der Mulde ein ganz besonderes Training zu absolvieren: die Rettung von Menschen aus fließenden Gewässern. Doch was als Übung geplant war, wurde kurzzeitig zum Ernstfall. Und den musste Elli Klotz nach dem Training erst einmal verkraften. "Ich habe nicht geahnt, dass Wasser so eine Kraft haben kann. Und dann habe ich mich noch an einem Ast oder etwas Ähnlichem verhakt und kam nicht mehr weg", sagte sie noch geschockt von dem Erlebnis. Die 17-Jährige gehört zu den Jüngsten bei der Glauchauer Wasserwacht, die die Ausbildung zum Fließwasserretter gemacht haben.

Wie anspruchsvoll das ist, war dem Team am Sonnabend noch einmal klargeworden. "Wir haben gemerkt, dass wir an unsere Grenzen gekommen sind. Der heftige Regen und die starke Strömung haben uns zu schaffen gemacht, aber so kann es im Ernstfall, beispielsweise bei einer Flut auch sein", sagte Lutz Herrmann nach der am Ende geglückten Übungseinheit, die sich Rettung mittels Seilbrücke nennt. Dabei wird eine Leine quer über das Gewässer gespannt. Der "Verunglückte" muss bis zur Leine schwimmen, sich dort festhalten und wird anschließend von einem Retter an Land gezogen. An beiden Seiten der Flutrinne standen dafür jeweils zwei Rettungskräfte, die das Seil festhielten, der im Test "Verunglückte" war zudem vorher mit Karabiner und Seil gesichert worden.

Sicherheit der Fließwasserretter war auch im zweiten Teil des Trainings das höchste Gebot. Das Szenario: Ein in der Mulde Treibender muss gerettet werden, in der Fachsprache heißt das "gesichertes Anschwimmen". Und auch hier muss jeder Retter alles können, sowohl im Zweierteam vom Ufer aus sichern als auch selbst als sogenannter Anschwimmer fungieren. Und das mit knapp 20 Kilogramm Ausrüstung - Neoprenanzug, Seilrollen, Karabiner, Schwimmweste - am Körper. Die Strömung in der Mulde war an diesem Tag allerdings nicht ganz so stark wie in der Flutrinne, sodass diese Übung ohne Zwischenfälle durchgeführt werden konnte. Empfindlich gegen Kälte durfte man dennoch nicht sein, denn das Wasser hatte eine Temperatur von gerade einmal acht Grad Celsius. "Das wird unangenehm, wenn es von oben in den Neoprenanzug reinläuft", sagte Lutz Herrmann. Der Wasserwacht-Chef hatte für diesen Tag eigentlich noch eine weitere Übung in der Mulde geplant. Auf die wurde jedoch verzichtet. "Wir sind alle ziemlich kaputt gewesen. Durch die starke Strömung war das Training für uns eine große Herausforderung, aber das sei es wert gewesen", so Herrmann. Im März nächsten Jahres soll abermals ein solches Training absolviert werden. Dann möglichst zusammen mit der Feuerwehr. "Denn im Katastrophenfall müssen wir auch zusammenarbeiten", erklärte Lutz Herrmann.

www.wasserwacht-gc.de

 
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