Volkswagen sorgt für Paukenschlag in Meerane

Auf dem neuen Gewerbegebiet von Metawerk haben für eine dritte Halle die Bauarbeiten begonnen. Dort soll ein VW-Werk entstehen, das für die Elektro-Autos Achsen herstellt.

Meerane.

Ohne Spatenstich und ohne Medienrummel haben die Bauarbeiten begonnen - einfach so. Auf dem neuen Gewerbegebiet an der B 93 in Meerane wird massenweise Erde bewegt. Es entsteht eine 100 mal 300 Meter große Werkhalle. Dort will VW Braunschweig eine Produktionsstätte für die Achsenfertigung errichten. Das teilte Bürgermeister Lothar Ungerer (parteilos) auf einer Einwohnerversammlung mit. Das Unternehmen selbst hat sich noch nicht dazu geäußert.

Die Teile werden für die künftigen E-Fahrzeuge gebraucht, die ab dem kommenden Jahr im VW-Werk Mosel produziert werden. Vermarkter des Gewerbegebietes - dort stehen bereits zwei riesige Hallen für die Logistik-Riesen Rhenus und DHL - ist Metawerk Meerane. Befragt zu dem Vorhaben von VW, verweist das Unternehmen an die Pressestelle in Braunschweig. Von dort gab es bis gestern Abend keine detaillierte Erklärung. Für Bürgermeister Ungerer ist die Ansiedlung des VW-Achsenwerkes "der Hammer" und von großer Bedeutung für Meerane. Denn mit der Umstellung des Werks in Mosel auf die komplette Produktion von Elektrofahrzeugen stehe die gesamte Region vor großen Veränderungen, vor allem die Zulieferbetriebe. Ungerer vergleicht dies gar mit dem Strukturwandel von 1990. "Eine spannende Zeit mit großen Umbrüchen", sagt er.

Der Vorteil für Meerane bestehe darin, dass mit dem Gewerbegebiet zwischen der B 93, der Autobahn 4 und der Staatsstraße 288 in Richtung Crimmitschau ausreichend Fläche mit Baurecht zur Verfügung steht. In Zwickau sei kein Platz mehr, in Glauchau gebe es Lärmprobleme. Im Unterschied zur herkömmlichen kommunalen Erschließung von Gewerbegebieten, wie sie in den 1990er-Jahren häufig praktiziert wurde, läuft das für die neuen Flächen anders. Wie Ungerer sagt, habe Metawerk die Flächen gekauft und vermarkte diese auch. Nach Angaben von Metawerk erfolgen die Projektentwicklung, die Investition und die Vermietung grundsätzlich aus einer Hand. Für die Erschließung sorge unter anderem der Freistaat Sachsen, denn die neu geplante Staatsstraße 288 führt mitten durch das Areal. Für Strom, Wasser und Abwasser sorgen die entsprechenden Medienträger, also die Meeraner Stadtwerke, der Regionale Trinkwasserverband und der Abwasserzweckverband "Götzental". Mit der Trinkwassererschließung beschäftigt sich der Zweckverband heute in einer Woche.

Es wird zeitgleich gebaut und erschlossen. Bürgermeister Ungerer gibt sich optimistisch, dass das etwa 65 Hektar große Gewerbegebiet mit seinen insgesamt fünf geplanten Baufeldern in absehbarer Zeit komplett belegt sein wird. "Dann stehen in Meerane keine weiteren großen Gewerbeflächen mehr zur Verfügung", sagt er. Und weil für das VW-Achsenwerk dort zu bauen begonnen wurde, werde auch die neue S 288 bis Ende 2019 fertig sein.

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