Ein Schachspieler namens Essler kommt selten allein

Zum Starterfeld bei den Chemnitzer Jugend Open in der Messe gehörten auch drei Brüder von der USG. Sie stellten sich starker Konkurrenz.

Unzertrennlich sind sie bei Schach-Wettbewerben nicht. "Es gibt Einzelturniere, für die man sich qualifizieren muss. Und das schafft manchmal nicht jeder von uns", erklärte Oskar Essler. So könne es passieren, dass er allein bei einer NachwuchsLandesmeisterschaft antritt - ohne seine beiden Brüder Jonathan und Willy. Am Samstag bei den 14. Chemnitzer Jugend Open in der kleinen Halle der Messe war das Trio von der Universitätssportgemeinschaft (USG) jedoch komplett am Start und stellte sich starker Konkurrenz.

Entsprechend vorsichtig waren die Esslers bei der Formulierung des sportlichen Ziels. "Ich bin hier, um Spielpraxis zu bekommen, ein bisschen was auszuprobieren und um mich gut zu verkaufen", sagte Jonathan, mit fast 18 Jahren der Älteste von den Dreien. Mit Oskar, der 16 ist, spielt er in der zweiten Männermannschaft der USG. Allerdings will er in der neuen Saison aus gutem Grund etwas kürzertreten. "Das Abi steht an. Deshalb werde ich im März und April wohl keine Punktspiele bestreiten", kündigte Jonathan Essler an.

Die aus Lichtenstein stammenden Brüder sind durch ihren Großvater zum Schach gekommen. "Erst hat er es unserem Vater beigebracht und dann uns", erzählte Oskar. Alle drei Brüder hatten die Schach-AG der Europäischen Grundschule in ihrem Heimatort besucht und kamen später über den Verein Fortschritt Lichtenstein zur Chemnitzer USG. Dabei stehe der Spaß am königlichen Spiel im Vordergrund. Und der kann einem schon mal vergehen, wie der 14-jährige Willy Essler als Jüngster gesteht. Auf die Frage, ob er schon mal ans Aufhören gedacht hat, antwortete Willy: "Ja, wenn ich verloren habe. Da ist man schon frustriert - aber nur für kurze Zeit."

Das Trio sorgt in der traditionsreichen Sektion der USG für ein Novum, wie Abteilungsleiter Günter Sobeck erklärte. "Drei Brüder, die gleichzeitig bei uns spielen, sind schon etwas Besonderes. Das hatten wir noch nie", sagte Sobeck. Bei den Jugend Open mussten sich die Esslers am Samstag mit Mittelfeldplätzen in ihren Altersklassen begnügen. Bester Chemnitzer Spieler war Vereinsgefährte Stefan Ellemann als Zweiter in der Altersklasse U 25. Stark präsentierte sich auch Jakob Lorenz (ebenfalls USG), der bei den unter Zwölfjährigen in einem Feld von 61 Startern Rang vier belegte.

An den Jugend Open beteiligten sich 263 Spielerinnen und Spieler aus sieben Bundesländern sowie aus Tschechien. "Ich behaupte, dass wir das bestbesetzte Nachwuchsturnier in ganz Deutschland sind", sagte Organisator Hans Joachim Schätz, gleichzeitig Präsident des Schach-Verbandes Sachsen. Was Schätz besonders freute: "Bei den Jüngsten in der Altersklasse U 8 haben wir diesmal 28 Starter. Das sind weit mehr als in den Vorjahren." Diese positive Entwicklung lasse darauf hoffen, dass die einzelnen Altersklassen in den nächsten Jahren wieder stärker besetzt sind.

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