Warum ein Bogenschütze von sich selbst verblüfft ist

Bei seiner Europameisterschaftspremiere in Nizza ist Knut Kieschkar über- raschend in den Top 10 gelandet. Dabei war der Chemnitzer mit einer ganz anderen Motivation zu den Titelkämpfen gereist.

Ritter Knut zu Rabenstein ist vielen Besuchern der Burg Rabenstein bestens bekannt. Auf dem Mittelaltermarkt animiert er in historischem Gewand die Besucher schon einmal, sich im Bogenschießen auszuprobieren. Und wer sich in die Obhut von Knut Kieschkar, wie Knut von Rabenstein mit bürgerlichem Namen heißt, begibt, weiß einen echten Fachmann an seiner Seite. Der Betreiber eines Sportgeschäfts übt Bogensport seit annähernd 15 Jahren aus und kann dabei auf beachtliche Erfolge verweisen.

Nachdem Kieschkar mit dem modernen Langbogen ohne Visier bereits zahlreiche Titel bei Deutschen Meisterschaften und Landesmeisterschaften sammeln konnte, erreichte der 46-Jährige bei seiner Premiere bei den Europameisterschaften mit Visier in Nizza auf Anhieb einen Platz unter den Top 10. "Ursprünglich habe ich meine Teilnahme als Chance zur Weiterbildung gesehen", sagte Kieschkar, der von seinem Abschneiden verblüfft war. In der Altersklasse Ü 40 landete er im Feld von 21 Startern auf dem zehnten Platz. In der anschließenden Finalrunde folgte im Achtel- finale das frühzeitige Aus. "Zwischen Vorrunde und Achtelfinale bestanden nur 30 Minuten Pause, da hat der Körper dann seinen Tribut gefordert", so Kieschkar.

Aufgrund von physischen Problemen habe er nicht mehr mithalten können. "An der EM nehmen unter anderen Nationalkader aus Finnland oder Italien teil, die man sonst nur in Fachmagazinen für Bogensport zu Gesicht bekommt", erklärt Kieschkar mit Blick auf die bärenstarke Konkurrenz. Mit seinem sportlichen Abschneiden sei er dennoch sehr zufrieden gewesen. Der Start bei der EM hatte zudem positive Nebeneffekte: "Ich konnte viel lernen und Kontakte knüpfen."

Zum Bogensport selbst ist der ehemalige Leistungssportler über Umwege gekommen. Zu DDR-Zeiten gehörte er dem Schwimm- zentrum in Karl-Marx-Stadt an und pflügte pfeilschnell durchs Wasser. Mit Pfeil und Bogen kam er jedoch damals schon in Berührung. "Als Schwimmer haben wir aus Gründen der Regeneration Ausgleichssportarten betrieben. Dazu gehörte Bogenschießen", berichtete Kieschkar. Doch es sollte eine Weile dauern, ehe er sich voll und ganz Pfeil und Bogen widmete. "Seit 2000 betreibe ich die Sportart mit Leidenschaft", so der Chemnitzer.

Ein Jahr zuvor fand er bereits ein Hobby, dem er ebenfalls voller Inbrunst nachgeht. "1999 wurde ich zum Ritter Knut von Rabenstein geschlagen", sagte Kieschkar. Wer also dem nächsten Mittelalter-Spektakel auf Burg Rabenstein beiwohnt, sollte die Gelegenheit nutzen, sich von einem echten Profi Lektionen in Sachen Bogenschießen erteilen zu lassen. Vielleicht wird so aus einem ersten Schnupperkurs eine neue Leidenschaft.

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