Wie sich CFC-Fans ins Zeug legen

Für das heutige Heimspiel gegen Regensburg haben Anhänger viele Tickets erworben - um nicht nur für ihren kriselnden Verein etwas Gutes zu tun.

Rückblende: Im Vorjahr um diese Zeit war das Verhältnis der Fans zum CFC und zur Mannschaft von Eiseskälte geprägt. Die Anhänger hatten ihrer Elf die Heimniederlage gegen den FC Erzgebirge Aue Anfang November 2015 dermaßen übel- genommen, dass sie das Team bis Weihnachten mit "Liebesentzug" bestraften. Das führte zu Spannungen innerhalb des Clubs, dem eine Zerreißprobe drohte.

Ein Jahr später, Dezember 2016: Fans, Verein und Mannschaft sind so eng wie lange nicht mehr zusammengerückt. Not macht nicht nur erfinderisch - sie schweißt auch zusammen. Die Anhänger-Schar legt sich für den finanziell schwer angeschlagenen CFC ins Zeug. Ausdruck dessen war zunächst eine Spendenaktion des Vereins Fanszene, der ein Konto eingerichtet hat, auf das bis gestern bereits rund 35.000 Euro eingezahlt wurden.

Und auch für das letzte Heimspiel des Jahres heute ab 14 Uhr in der Community4you-Arena gegen Jahn Regensburg haben sich Fan- szene und das Fanprojekt der Arbeiterwohlfahrt etwas Besonderes einfallen lassen. Mit dem Projekt "10.000 + X" soll eine fünfstellige Anzahl an Besuchern in die Arena gelockt werden, um dem Dritt- ligisten zu mehr Einnahmen zu verhelfen. Die Aktion zeigt Wirkung: Wie Vereinssprecherin Nicole Oeser mitteilte, sind bis gestern 6700 Tickets verkauft worden. "Das ist etwa doppelt so viel wie sonst im Vorverkauf", erklärte Oeser.

Fan-Beauftragte Peggy Schellenberger spricht unterdessen von einer überwältigenden Unterstützung der Fans. "Das ist Wahnsinn", so Schellenberger. Besonders berührend sei, dass eine Reihe von Anhängern und Fan-Clubs Eintrittskarten erworben haben, die Kinder- und Jugend-Einrichtungen gespendet wurden. Insgesamt 254 Tickets kamen zusammen. "Das ist eine tolle Geschichte. Ich finde es gut, dass die Fans damit Kindern und Jugendlichen die Chance bieten, ins Stadion gehen zu können", sagte gestern Mathias Hofmann, geschäftsführender Vorstand des Vereins Kindervereinigung Chemnitz. Einige der jungen Leute und deren Familien könnten sich ansonsten keine regelmäßigen Stadionbesuche leisten, ergänzte Hofmann.

Die Kindervereinigung habe für das Regensburg-Spiel annähernd 30 Mädchen und Jungen mit Karten versorgt. "Einen Teil der gespendeten Tickets haben wir über unsere Kanäle an andere Jugendeinrichtungen verteilt, von denen wir wissen, dass es dort Interesse am Fußball gibt", berichtete Hofmann. Zur heutigen Partie der Himmelblauen werden unter anderem auch junge Gäste und Betreuer vom Jugend- haus "UK", vom B-Plan, vom Jugend-Club der Heilsarmee und aus dem Luisenhort auf der Osttribüne Platz nehmen.

Die Aktionen ihrer Fan-Szene werden auch im Profi-Team des CFC mit Wohlwollen registriert, wie Mittelfeldspieler Fabian Stenzel gestern auf Nachfrage bestätigte. Der 30-Jährige sprach von einer "nicht ganz so schönen Zeit" im Verein. "Da ist es gut, dass man enger zusammenrückt", sagte Stenzel. Der gebürtige Lüneburger wechselte im Sommer 2011 nach Chemnitz und erlebt gegenwärtig die schwerste Phase des Vereins in diesen reichlich fünf Jahren.

Eintrittskarten für die Heimspiele des Chemnitzer FC sind in den Shops der "Freien Presse" erhältlich.

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