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Lucas Hiemann ist Stammtorhüter im U19-Team des CFC, das als Aufsteiger in der Bundesliga auf einem Abstiegsrang steht.

Foto: Andreas Seidel

Das unglückliche Wochenende des CFC-Nachwuchs-Torwarts

Lucas Hiemann hat mit der U19-Mannschaft der Himmelblauen in der Bundesliga eine Niederlage gegen Hertha BSC Berlin kassiert. Stunden zuvor musste er ein Debakel miterleben.

Von Benjamin Lummer
erschienen am 12.02.2018

Torwart beim Chemnitzer FC - das ist im Moment nicht gerade ein Traumjob. In der 3. Liga sind die Himmelblauen die Schießbude schlechthin. Und auch die A-Junioren-Mannschaft hat in 16 Spielen schon 41 Gegentreffer kassiert - gleichwohl unter anderen Voraussetzungen: Das Team ist nach dem Aufstieg in die Bundesliga im Sommer Außenseiter in der höchsten Spielklasse der U19.

Zwei der 41 Gegentore fielen am Samstagmittag, als der Chemnitzer FC im Sportforum Hertha BSC Berlin mit 1:2 (0:2) unterlag. "In der ersten Halbzeit haben wir geschlafen, sind gar nicht in die Zweikämpfe gekommen", meint der Torwart der Himmelblauen, Lucas Hiemann. Ihm rutschte bereits nach sieben Minuten ein Ball durch die Hände. "Das war mein Fehler", räumt der 18-Jährige ein. Kurz vor der Halbzeitpause verwandelten die Berliner dann noch einen Foulelfmeter zum 0:2. Nach einer deutlichen Ansprache des Trainers in der Pause sei sein Team energischer aufgetreten. "Da war dann Feuer drin", sagt Hiemann. Mehr als der 1:2-Anschlusstreffer durch Erik Tallig gelang den Chemnitzern aber nicht.

Für Hiemann war es die zweite Niederlage binnen 20 Stunden, die er miterleben musste. Nach der Verletzung des Stammtorhüters der Profis, Kevin Kunz, läuft nun Kevin Tittel für ihn auf. Als Ersatztorwart ist Lucas Hiemann in die Drittliga-Mannschaft aufgerückt und am Freitagabend mit zum Auswärtsspiel nach Osnabrück gereist. "Das war schon ein geiles Gefühl. Ich stand das erste Mal vor 7000 Zuschauern im Stadion." Dieses Hochgefühl sollte aber schnell verschwinden. Denn der CFC kassierte beim 1:6 seine höchste Niederlage in der dritten Liga. "In den ersten 20 Minuten sah es gut aus", sagt Hiemann, der das Spiel von der Bank aus verfolgte, und ergänzt: "Dann haben wir einen unglücklichen Elfmeter-Gegentreffer kassiert. Und in der zweiten Halbzeit sind wir zusammengebrochen." Nach der Partie ging es sofort mit dem Bus zurück nach Chemnitz. "Da herrschte Totenstille", so der Nachwuchs-Torwart. Vier Uhr morgens konnte er dann zu Bett gehen, um sechs Stunden später aufzustehen und sich auf die A-Junioren-Partie vorzubereiten.

Hiemann spielt seit frühester Kindheit beim CFC. Seit vier Jahren wird er auch von seinem Vater Holger Hiemann trainiert. Der war langjähriger FCK und CFC-Torwart und coacht nun die Keeper der Profi-Mannschaft. "Wenn wir trainieren, ist das ein Spieler-Trainer-Verhältnis. Er bevorzugt mich nicht", sagt der junge Fußballer. Wie es für ihn ab Sommer weitergeht, ist offen. Lucas Hiemann rückt altersbedingt aus dem Junioren- in den Männerbereich. Sollte die Drittliga-Mannschaft der Himmelblauen tatsächlich in die Regionalliga absteigen, würde das seine Chancen auf einen Engagement bei den Profis vielleicht sogar erhöhen. "Dann laufen ja viele Verträge aus und vielleicht rücken wir jungen Spieler nach."

Bis dahin stehen noch zehn Partien in der A-Junioren-Bundesliga auf dem Plan. Der CFC ist Letzter, der Abstand auf die Nichtabstiegsränge groß. Den Klassenerhalt hat Trainer Kay-Uwe Jendrossek abgehakt. "Es geht jetzt darum, dass die Spieler in jeder Partie für sich etwas mitnehmen", sagt der Coach.

 
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