Breitbandausbau: Bockau hofft auf interessierte Anbieter

Der Weg zum schnellen Internet bleibt steinig. Zuschüsse stehen bereit, aber anderes liegt nicht Händen der Gemeinde.

Bockau.

Das Thema schnelles Internet hat in Bockau zuletzt die Gemüter erhitzt. Einwohner fühlten sich abgehängt, warfen der Gemeinde Tatenlosigkeit vor. Dagegen wiederum setzte sich Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) vehement zur Wehr. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht", sagte er mit Blick auf eine von der Gemeinde beauftragte Bestandsstudie zum Breitbandausbau, die für das Laborantendorf verschiedene Ergebnisse zutage förderte.

So kristallisierten sich weiße Flecken heraus, an denen der Internetempfang besonders schlecht ist, sprich schlechter als 30 Mbit/s. Dazu zählen das Gewerbegebiet Papierfabrik und die Muldentalsiedlung. Hinzu kommen mäßig bis mittelmäßig gut versorgte Gebiete, die nach und nach durch die Telekom mit neuerer Technik versehen werden. Zuletzt gingen die lang ersehnten Knotenpunkte an Haupt-/Lutherstraße, Schindlerswerk und Bahnhof-/Schneeberger Straße ans Netz. Im Vorfeld hatte es massive Beschwerden von Bockauern gegeben, warum das alles so lange dauert. Darauf hatten Bürgermeister und Gemeinderat damals keine Antwort - und können nach wie vor keine verbindlichen Aussagen treffen. "Denn das hängt schlichtweg nicht von uns ab", stellte Baumann stets klar. Abhängig sei der Ausbau vielmehr von Anbietern und der Verfügbarkeit von Firmen, um die baulichen Voraussetzungen zu schaffen.


Dieses Problem könnte auch beim Beseitigen der weißen Flecken auftreten. Als bis dato Letzte in Sachen Datengeschwindigkeit könnten die Leute in diesen Gebieten schon bald die Spitzenreiter sein - sofern sich auf die Ausschreibung für den Ausbau Firmen und Telekommunikationsunternehmen als Internetanbieter finden. 1,8 Millionen Euro stehen als Voll-Fördersumme von Bund und Land bereit, hängen jedoch an einer Zeitbindung bis Ende 2021. "Und es dürfen damit wirklich nur die weißen Flecken beseitigt werden", betonte Kämmerer Mike Schwarz vor Kurzem, als der Gemeinderat für genau dieses Vorhaben die fachtechnische und juristische Beratung und Begleitung nach Dresden und Hamburg vergab.

"Wir haben bei der Ausschreibung versucht, Bockau und Zschorlau eng zusammenzulegen, damit es vielleicht parallel machbar und für Bieter attraktiver ist", so Schwarz. Die Partner hole man für die Rechtssicherheit ins Boot. "Um uns als Gemeinde zu schützen. Das ist auch eine Empfehlung des Fördermittelgebers." Die Beratungen zum Ausschreiben der Maßnahme laufen. Vollumfänglich mit schnellem Internet ist Bockau dadurch freilich nicht versorgt. "Es hat sich viel getan, aber alles auf einmal ist einfach nicht möglich. Rein finanziell schon nicht", sagte Baumann. Das Planungsbüro, das die eingangs erwähnte Bestandsstudie erstellte, errechnete eine Summe von rund fünf Millionen Euro, um den gesamten Ort mit Breitband zu versorgen - Anbieter vorausgesetzt.

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