Freibad bereitet Bockau weiter Sorgen

Das Kleinod kostet die klamme Gemeinde eine Stange Geld. Zu wenige sowie illegale Gäste sind Gründe dafür.

Bockau.

Selbst bei 30 Grad Celsius und schönstem Sonnenschein nur um die 30 Gäste im Freibad: Bockaus Bürgermeister Siegfried Baumann (parteilos) stimmt das traurig. "Ich habe das diesen Sommer bewusst mal beobachtet und bin enttäuscht, wie wenig dieses Kleinod genutzt wird." Denn der Erhalt des Freizeitangebots kostet die ohnehin klamme Gemeinde jedes Jahr eine Stange Geld. "Da muss man sich schon fragen, ob sich das lohnt."

Und schon bei diesem Satz ging unlängst ein Raunen durch den Gemeinderat. Denn immer, wenn der Erhalt des Freibads infrage gestellt wird, regt sich Widerstand. Dabei wird die Bilanz auch dieses Jahr mäßig ausfallen. 2018 blieb das Bad geschlossen, weil die Zufahrt aufgrund von Bauarbeiten nicht möglich war. Ein Jahr zuvor beliefen sich die Zuschüsse auf um die 40.000 Euro bei Einnahmen von nur 5000 Euro. "Viel besser wird es auch heuer nicht werden", vermutet Baumann und sieht das mit Sorge. Denn Bockau ist zum Sparen verdammt, muss der 2300-Seelen-Ort doch für Hochwasserschutzmaßnahmen in Höhe von fünf Millionen Euro teils mit erheblichen Summen in Vorkasse gehen.

Zurück zum Bad: Auch für Baumann gehört es im Sinne der Lebensqualität zur Dorfkultur. Die idyllische Lage sei unbestritten und mit dem wiedereröffneten Sportlerheim gibt es direkt nebenan Gastronomie. "Auch sonst ist alles gut in Schuss, aber es bleibt ein teures Unterfangen." Dem entgegnete Gemeinderätin Petra Bartels (CDU), dass man nicht alles am Geld messen dürfe - und wünschte sich zugleich eine Schönheitskur fürs Areal ringsherum. "Das Umfeld könnte man schöner gestalten, als es derzeit ist", sagte sie zum Beispiel mit Blick auf die marode Tischtennisplatte und andere sportliche Anlagen, die nicht mehr im besten Zustand sind. Wenn das gesamte Areal ansprechender sei, kommen auch mehr Badbesucher - so die Hoffnung.

Um die Sicherheit indes machen sich andere Sorgen. Unter anderem Marco Reinhold (CDU) hat reges Begängnis vor und nach den Öffnungszeiten festgestellt. Das bestätigte Tobias Döschner (CDU). "Morgens kommt die Damenschwimmgruppe, abends die Jugend", sagte er. Diesen Leuten gelte es, ins Gewissen zu reden und sie an der Ehre zu packen. "Zwei Euro Eintritt sind wirklich nicht zu viel verlangt", findet Döschner. Das Bad wird das Gremium weiter beschäftigen. Baumann will nun erst die aktuellen Zahlen für den Sommer 2019 vorlegen. "Und dann sehen wir weiter - auch mit Blick darauf, was vielleicht im Umfeld machbar ist."

Nachdem das Bad 2008 wegen Rissen im Becken geschlossen werden musste, machte sich eine Bürgerinitiative für das Kleinod stark und sammelte Spenden. Letztlich konnte im August 2010 die Wiedereröffnung gefeiert werden. Doch seither sind die Besucherzahlen eher ernüchternd.

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