Gerangel mit Ordner in Aue kostet 1200 Euro

Streit um weggeworfene Kippe auf dem Postplatz schaukelt sich hoch

Aue.

Ein Asylbewerber aus Afghanistan ist am Dienstag am Amtsgericht Aue wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro (120 Tagessätze á 10 Euro) verurteilt worden. Außerdem fing sich der 19-Jährige ein Ordnungsgeld wegen Missachtung des Gerichts ein. Er hatte immer wieder dazwischengeredet und auch das Plädoyer des Staatsanwalts unterbrochen.

Der junge Mann war im März mit einer Streife des Ordnungsamtes Aue aneinandergeraten, die eine der täglichen Alkoholkontrollen auf dem Postplatz vornahm. Vor den Ordnern schnippte er eine Zigarettenkippe auf den Boden. "Ich sagte zu ihm, so geht das nicht. Er sagte, was ich für ein Problem habe", berichtete einer der Vollzugsbediensteten. Ein Wort ergab das andere, der 19-Jährige hob die Kippe nicht auf, stieß dafür den Ordner vor die Brust. Dieser erklärte aber auch, dass ihn der Stoß nicht aus dem Gleichgewicht gebracht habe, weshalb Richter Lutz Herrmann von einer Tat am unteren Rand des Strafmaßes ausging und eine Geldstrafe verhängte. Staatsanwalt Klaus Schlarb hatte sechs Monate Haft auf Bewährung und eine Arbeitsauflage gefordert.

Der Angeklagte gab an, "nichts gemacht" zu haben. In seinen Unterkünften war er häufig durch Streitlust aufgefallen. Er ist vorbestraft, auch wegen Körperverletzung. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, dagegen klagt er. Ein Vertreter der Jugendgerichtshilfe bescheinigte ihm "keine Integrationsbereitschaft". Nun wurde er erstmals nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (mu)

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