Musik in St. Georgen von Güttler bis Queen's

Jahresprogramm 2019 liegt vor - KMD Matthias Schubert lobt Kulturraumförderung

Das neue Jahresprogramm für die Kirchenmusik in der Schwarzenberger St.-Georgen-Kirche liegt nun auf Hochglanzpapier vor. Danach sind 29 Veranstaltungen in 2019 geplant. Dies war Anlass für Wolfgang Geßner, mit Kantor Matthias Schubert, zugleich Kirchenmusikdirektor des Kirchenbezirks Aue, das Gespräch zu suchen.

Herr Schubert, welche Resonanz fand die Kirchenmusik im vergangenen Jahr bei den Zuhörern?


2018 ist sehr, sehr gut gelaufen. Zu den 31 kirchenmusikalischen Veranstaltungen kamen 10.837 Besucher. Ich weiß nicht, ob es das schon einmal gegeben hat. Das gute Ergebnis betrifft alle Veranstaltungen. Sogar zur Hausmusik der Kurrende im Advent kamen 149 Leute in den förmlich überquellenden Pfarrsaal. Für das Konzert des Dresdner Kammerchors aus Anlass der Reichspogromnacht hätte ich mir zwar mehr als 120 Zuhörer gewünscht, aber man muss auch bedenken, dass es ein sehr spezielles Programm mit neuzeitlicher Musik war.

Seit wann haben Sie sich mit dem nun vorliegenden neuen Programm für 2019 beschäftigt?

Erste Gedanken gehen da bis auf 2017 zurück. Gegenwärtig befasse ich mich mit Vorhaben für 2021.

Steht Ihnen bei der Planung jemand zur Seite?

Ich arbeite größtenteils in Eigenregie. Manchmal nehme ich Anregungen von Kantorenkollegen auf, insbesondere hinsichtlich der Verpflichtung von Künstlern.

Worauf legen Sie beim Konzipieren des Programms besonderen Wert?

Es kam mir darauf an, ein vielfältiges und anspruchsvolles Programm zusammenzustellen. Dabei griff ich auf viele bewährte Formate zurück, seien es die Reihe Kantaten, Messen und Oratorien, der Musiksommer oder die großen Konzerte zu hohen Festtagen. Es kam mir darauf an, neben auswärtigen bekannten Künstlern auch die Kinder sowie Frauen und Männer der Kantorei von St. Georgen in das Musizieren mit einzubeziehen. Ebenso ist auch diesmal geplant, Musikschüler mitwirken zu lassen. Von der Anzahl der Veranstaltungen her, glaube ich ein Optimum erreicht zu haben.

Können Sie einige Schwerpunktveranstaltungen herausgreifen?

Wie ich auch in meinem Vorwort im Programmheft schrieb, möchte ich keine Veranstaltung hervorheben. Am besten würde es sein, wenn die Leser alle Konzerte besuchen würden. Mich würde es freuen. Und ohne eine Wertung vorzunehmen, freue ich mich natürlich, dass ich solche Künstler wie Ludwig Güttler und seine Virtuosi Saxoniae für das Eröffnungskonzert des Musiksommers, Gunther Emmerlich für die Markuspassion oder die tschechische Sängerin Helena Vondrácková mit fünf ehemaligen Sängern der Regensburger Domspatzen für ein Konzert im Mai gewinnen konnte. Sogar "The Queen's Six" aus England kommen mit Darbietungen von Werken der Renaissance bis zu modernem Pop nach Schwarzenberg.

Wie werden die Veranstaltungen finanziert, gibt es dafür staatliche Zuschüsse?

Der überwiegende Teil der Kosten wird durch die Eintrittsgelder beglichen. Deshalb ist es wichtig, dass hohe Besucherzahlen erreicht werden. Auch der Förderkreis Kirchenmusik von St. Georgen unterstützt die Arbeit finanziell. Im vergangenen Jahr wurden dafür 3500 Euro bereitgestellt. Dazu werden von diesem Verein noch Kosten für verschiedene andere materielle Dinge getragen. Dankbar bin ich, dass im Freistaat Sachsen die Kultur und damit auch die Kirchenmusik über das Kulturraumgesetz gefördert wird. Dadurch ist es möglich, für ausgewählte Veranstaltungen eine Förderung bis zu 30 Prozent der Kosten zu erhalten. Diese Mittel werden vom Land, von den Landkreisen und von den Kommunen, bei uns die Stadt Schwarzenberg als Sitzgemeinde, aufgebracht. Da die beantragten Mittel immer größer sind als die zur Verfügung stehenden, wird in der Praxis diese Prozentzahl natürlich nicht erreicht.

Was wünschen Sie sich hinsichtlich der Fortführung qualitativ hochwertiger Kirchenmusik hier in Schwarzenberg?

Als erstes natürlich, dass uns der Segen Gottes erhalten bleibt. Ganz praktisch hoffe ich auf immerwährenden Nachwuchs für die einzelnen Gruppen und eine weitere Wertschätzung der kirchenmusikalischen Arbeit durch die Kirchgemeinde und ihre Leitung. Ferner sehe ich auch die Zusammenarbeit mit der Stadt als sehr wertvoll an, und wünsche mir auch für die Zukunft ein gedeihliches Miteinander, unabhängig von Wahlergebnissen. Ist doch "die Kirchenmusik in St. Georgen auch ein unverzichtbarer Teil unseres städtischen Lebens", wie es Oberbürgermeisterin Heidrun Hiemer kürzlich ausdrückte.

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